Arnstadt
Klöße im Kollektenplan

Das ehrenamtliche Küchenteam: (v. l.) Renate Zehrt, Petra Sauerbrey, Sigunde Munsche und Doris Barnett | Foto: Foto: Ines Rein-Brandenburg
  • Das ehrenamtliche Küchenteam: (v. l.) Renate Zehrt, Petra Sauerbrey, Sigunde Munsche und Doris Barnett
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Bei der Aktion „Ökumenische Gastfreundschaft“ geht es nicht nur ums Essen

Von Ines Rein-Brandenburg

„Komm, sag es allen weiter: Das ist unsere Hymne“, klärt Petra Sauerbrey auf. Gemeinsam mit fünf weiteren Damen organisiert sie ehrenamtlich zwölf Wochen lang die „Ökumenische Gastfreundschaft“ in Arnstadt. Petra Sauerbrey und Christa Mintus kümmern sich dabei um die Planung, verhandeln mit Gaststätten und Caterern, die die Mahlzeiten liefern. Zusammen mit Doris Barnett, Sigunde Munsche, Hannelore Teichmann und Renate Zehrt sind sie ein eingespieltes Team. Sie kaufen ein, kochen Kaffee, bedienen die Gäste und haben ein offenes Ohr.

Im Gemeindesaal der Oberkirche warten drei lange Tafeln, dekoriert mit Teelichten und Blumensträußchen, auf Gäste. „Gott selber lädt uns ein“ – das soll spüren, wer sich an einem Dienstagmittag hier einfindet. Deshalb ist Superintendentin Elke Rosenthal mit dabei, hält am Anfang eine Andacht, am Klavier begleitet von Kantor Jörg Reddin. Viele singen mit – schließlich leitet die „Hymne“ jede „Gastfreundschaft“ ein, die zwischen der Advent- und Fastenzeit angeboten wird. Zu den Höhepunkten zählen das Weihnachtsessen mit Klößen und der Faschingsdienstag, gestaltet von Pfarrer Thomas Kratzer. „Da steppt hier der Bär“, verrät Sauerbrey.

Zwischen 40 und 60 Menschen kommen jede Woche – junge und alte, die meisten sind „Stammgäste“, die ihren festen Platz einnehmen und sich nicht nur auf das Essen freuen, sondern auch, bekannte Gesichter zu treffen.
„Sein Haus hat off’ne Türen …“, singen sie. Das warme Mittagessen mit Nachtisch, Kaffee und Tee für einen symbolischen Beitrag von 50 Cent ist das eine. Die Gemeinschaft ist ebenso wichtig. „In Gesellschaft schmeckt’s einfach besser als allein zu Hause“, sagt eine Besucherin. Deshalb komme sie mit ihrem Sohn – sie zeigt auf einen gestandenen jungen Erwachsenen neben sich – jede Woche, und das seit 13 Jahren. „Gibt ja sonst nichts, wo man hingehen kann, wenn man kein Geld hat“, sagt eine andere Dame. „Hier kann man auch mal mit jemand reden.“ Früher sei schon ihre Mutter zur Volkssolidarität gegangen für ein günstiges Mittagessen, aber dieses Angebot gäbe es ja nicht mehr. „Es ist ja alles teurer geworden, die Lebensmittel und überhaupt“, begründet ein älteres Ehepaar. Die Bedürftigkeit muss hier niemand nachweisen. Manchen sieht man es an, dass sie es nicht leicht hatten im Leben.

„Wir haben sein Versprechen: Er nimmt sich für uns Zeit …“, erklingt es. Den Anfang setzten vor 28 Jahren Superintendent Pfarrer Michael Hundertmark mit seiner Frau und der katholische Pfarrer Wolfgang Teichert. Anfangs wurde selbst gekocht, inzwischen werden die Mahlzeiten eingekauft. Spenden sind nötig.
Superintendentin Rosenthal ist für das Einwerben verantwortlich, verschickt Bittbriefe und spricht mit Firmenchefs. Es sei schwieriger geworden in den vergangenen Jahren. „Man merkt schon, dass die wirtschaftliche Stimmung unsicherer geworden ist." Einige der Sponsoren seien inzwischen abgesprungen. Die treuesten Spender seien die Sparkasse und der örtliche Rotary-Club.

In diesem Jahr steht die Aktion erstmals im Kollektenplan des Kirchenkreises: Am 19. April kommt die Kirchenkreiskollekte aus dem ganzen neu formierten Kirchenkreis Gotha der Ökumenischen Gastfreundschaft zugute – für die nächste Saison.

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