Erinnerung Friedensbewegung DDR
Frieden ohne Waffen

Am 25. Januar 1982 erschien der „Berliner Appell“. DDR-Bürgerrechtler schrieben ihn. Sie forderten Frieden. Sie wollten Abrüstung. Sie wollten eine Welt ohne Waffen. Das war couragiert. Der Staat reagierte hart. Ebenfalls am 25. Januar 1988 wurden wieder viele nach einer mutigen Demonstration für den Frieden verhaftet. Sie spürten die Gewalt der Macht. Der Widerstand begann leise. Oft durch einzelne Menschen. Oft in Kirchen und berief sich auf den Bibelvers aus Micha 4,3: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen.“ Schon früher weigerten sich Menschen, zur Waffe zu greifen. In der BRD gab es ab 1956 die Wehrpflicht. In der DDR ab 1962. Viele verweigerten den Militärdienst und folgten ihrem Gewissen. Viele bezahlten dafür mit Gefängnis. Die Proteste gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands und gegen die Atompolitik der Adenauer-Regierung in der Bundesrepublik wurden von Anfang an offen ausgetragen unter anderem unter dem Motto "Kampf dem Atomtod". In der DDR entstand 1964 ein neuer Weg. Auf Druck der Kirchen. Baueinheiten in der NVA wurde gebildet. Bausoldaten dienten ohne Waffen. Das war einmalig im Ostblock. Heute wird neu über die Wehrpflicht gesprochen. Ab dem Januar 2026 kommt es wieder zu Einberufungen. Viele Menschen fragen sich: Was verlangt der Staat? Und was sagt mein Gewissen? Beratungsangebote werden zum Beispiel in der Kirchengemeinde Hettstedt angeboten. Der Bibelvers aus Micha bleibt eine Hoffnung. Frieden ist mehr als scheinbare bewaffnete Sicherheit. Frieden beginnt im Herzen. Und kann mit einem Nein zur Waffe anfangen.

Anmerkungen
Nach offiziellen Angaben kamen während ihres Dienstes 3.4441 Soldatinnen und Soldaten zu Tode und 199 bei Auslandseinsätzen.
Ob ein „Gottesurteil“ aus bronzezeitlicher Zeit im Losverfahren, so wie das biblische Urim und Thummim aus dem Buch Exodus zu Beginn des 21. Jahrhunderts zeitgemäß ist und über Leben oder möglichen Tod entscheiden soll, ist sehr fraglich in einem Rechtsstaat.

Autor:

St. Jakobi Online- Redaktion Sebastian Bartsch

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