Der Weg zur Taufe durch den Mühlhäuser Stadtwald
Erster Taufpilgerweg mit dem Bischof

Landesbischof Friedrich Kramer (v.l.) und die Täuflinge Danny Schulze, Grit Michelmann und Uta Hildebrand-Röhl
  • Landesbischof Friedrich Kramer (v.l.) und die Täuflinge Danny Schulze, Grit Michelmann und Uta Hildebrand-Röhl
  • Foto: Reiner Schmalzl
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Mit rosaroten Rosen, zarten Gänseblümchen und frischem Grün ist der historische Taufstein in der Divi-Blasii-Kirche Mühlhausen für drei Erwachsene geschmückt, um hier feierlich in die christliche Gemeinschaft aufgenommen zu werden.

Von Reiner Schmalzl

Grit Michelmann aus Halle sowie Uta Hildebrand-Röhl und Danny Schulze aus Magdeburg führte ein nicht alltäglicher Weg nun zur Kirche.

Dabei bildete der von Landesbischof Friedrich Kramer initiierte erste Taufpilgerweg den vorläufigen Höhepunkt im Leben jenes Trios, um den letzten Schritt zu einem Leben mit Gott zu gehen. „Wir wussten alle, was wir tun“, waren sich die drei Täuflinge einig. Weil sie vorher schon am christlichen Leben teilgenommen und sich so auf die Taufe vorbereitet hätten, ergänzt der Landesbischof.

Auch der Dauerregen auf dem Pilgerweg durch den Mühlhäuser Stadtwald tat dem Wunsch der Taufanwärter keinen Abbruch. Im Gegenteil: „Wir werden das Pilgern weiterführen“, lautet ein Fazit von Uta Hildebrand-Röhl.

Man habe sich erst zu Beginn des vom Landesbischof initiieren ersten Taufpilgerwegs kennengelernt und dann schnell einander geschätzt. „Wir waren eine sehr offene, tolerante und ehrliche Pilgergruppe und haben viel diskutiert, wie der Glaube gelebt werden kann.“ Darin stimmt auch Danny Schulze überein: „Wir glauben, dass ganz viele Menschen an dem Punkt wie wir stehen und ja zur Taufe sagen wollen“, ist sich Schulze sicher.

Bei Grit Michelmann reifte der Entschluss durch die Kirchenmusik. Die 38-Jährige nimmt seit einigen Jahren Klavierunterricht und fand über Kirchenlieder den Zugang zur biblischen Botschaft. Gesungen wurde auch beim Taufpilgerweg viel, daneben gab es Diskussionen, Gebetszeiten und eine rituelle Fußwaschung durch den Bischof.

„Mit uns seid ihr berufen, Zeugen Christi in der Welt zu sein“, so Kramer. Für den Mühlhäuser Pfarrer Teja Begrich ist es ein hoffnungsvolles Zeichen, dass die drei von Mühlhausen aus als Getaufte wieder an ihren Platz zurückkehren. Mit Blick auf das Standbild des Reformators Martin Luther in der Mühlhäuser Divi-Blasii-Kirche hat Begrich die drei Getauften und alle Gläubigen im Taufgottesdienst darauf aufmerksam gemacht, dass zum Christsein immer auch Skepsis und Zweifeln gehören.

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Online-Redaktion

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