Quedlinburg
Die DNA des Schatzes

Quedlinburg

Das Wort Abschied klingt so dramatisch“, findet Pfarrer Christoph Carstens. „Wir verstehen den heutigen Tag als Einladung für das, was da kommen wird.“ Der 2. Februar ist ein historisches Datum. Am authentischen Ort auf dem Stiftsberg schließt eine äußerst erfolgreiche Doppel-Ausstellung ihre Pforten. „919 – plötzlich König“ beleuchtete im Schlossmuseum die Königswerdung Heinrichs I. und seine Politik, in der Stiftskirche nahm „Am Anfang war das Grab“ Heinrichs Tod und sein Nachleben im Quedlinburger Damenstift in den Fokus, von dem auch der eindrucksvolle Stiftsschatz Zeugnis ablegt.
An die 90 000 Gäste besuchten seit Mai 2019 die Schau, die den fast vergessenen Herrscher wieder ans Licht holte und mit der romantischen Sicht auf die Krönung ebenso aufräumte wie sie Darstellungen aus der NS-Zeit korrigierte.
Den Museumsschlüssel übernahm die städtische Bauverwaltung, Pfarrer Carstens streckt dagegen seinen großen Schlüssel hoch. Das Museum werde umfänglich umgestaltet, „aber unsere Stiftskirche bleibt weiter präsent und öffnet ihre Türen weit“.
Er habe erlebt, wie fruchtbringend die Zusammenarbeit der vergangenen Monate war. „Hier oben schreibt man Geschichte mit zwei Handschriften: der einer sehenswerten Kirche mit großen Schätzen und der eines freiweltlichen Stiftes.“ Die Gemeinsamkeit hätte nicht nur ein Verbundticket und gemeinsame Werbung für Museum und Kirche gebracht. Quedlinburg erlebte eine Ausstellung und kein Nebeneinander. Stifts- und Kirchengeschichte seien eng verflochten, sie würden jeweils in ihrer eigenen Form erzählt. So ist es auch der junge Kantor der Stiftskirche, Markus Kaufmann, der den musikalischen Schlusspunkt an der Orgel setzt.
Doch Heinrich I. lebt auf dem Schlossberg trotz der Baustellenschilder weiter und bleibt in der Stiftskirche präsent. Carstens: „Wir brauchen kein Stück von irgendwoher ranzuschaffen. Heinrich I. gehört quasi zur DNA unseres Schatzes.“
Getrübt ist die Bilanz, weil im Januar ein rund 150 000 Euro teures Ausstellungsstück beschädigt wurde. Aus dem "Lebenden Buch" als Teil einer multimedialen Installation seien die Bindung sowie die Verklebung der Seiten vom Buchrücken gerissen worden, teilte die Polizei mit. Das "Lebende Buch" war das zentrale Objekt der Ausstellung. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Uwe Kraus

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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