Wort zur Woche
Zuversichtlich gegen allen Augenschein
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Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Petrus 1, Vers 3
„Und … bleiben Sie zuversichtlich.“ So verabschiedet sich Ingo Zamperoni Abend für Abend in den ARD-Tagesthemen von uns, den Fernsehzuschauern. Immer habe ich das Gefühl, dass er für einen Moment stockt.
Von Simone Carstens-Kant
Eben noch hat er vom Krieg in der Ukraine gesprochen, von sexuellem Missbrauch an Kindern, vom sich ausweitenden Konflikt im Nahen Osten, von der wachsenden Armut in Deutschland. Für einen Moment geht ihm das alles vielleicht noch einmal durch den Kopf. Wie kann ich zuversichtlich bleiben bei all dem Irrsinn? Doch was sollte er anderes sagen als: „Bleiben Sie zuversichtlich!“ Dennoch! Trotzdem! Gegen allen Augenschein! Was sonst?
Petrus geht es ähnlich. Was kann er den Gemeinden in Kleinasien schreiben? Sie haben den Mut verloren. Die Hoffnung ist dahin. Die Christen dort leben in schwerer Zeit. Sie werden verfolgt, verhöhnt, verlacht. Er will sie ermutigen: Bleibt zuversichtlich! Denn Gott hat eingegriffen. Und dieses Mal so, wie er es noch nie zuvor getan hat. Er hat den Machthabern ein Schnippchen geschlagen. Er hat Jesus aus dem Tod geholt. Er hat den Tod in sein Gegenteil verkehrt. Und das nicht nur für sich und seinen Sohn, sondern für alle, die ihm vertrauen. „Ihr seid doch getauft. Ihr seid wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung!“, erinnert Petrus die Christen in Kleinasien.
So erinnert er auch mich. Und wenn die Welt noch so unfertig ist und das Böse scheinbar immer mehr Macht gewinnt, es gibt eine Hoffnung, die weiter reicht als bis zum nächsten Tag. Gottes Sohn lebt. Daraus wächst meine Kraft. Das ist der Grund für meine Zuversicht gegen allen Augenschein. Mehr noch: Deshalb kann ich in dieser schlimmen Welt immer noch Gott loben. Er schafft neues Leben aus dem Tod und lädt mich ein, daran mutig und zuversichtlich mitzuwirken.
Die Autorin ist Pfarrerin in Halle.
Autor:Online-Redaktion |
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