Kirchenkreis Bad Liebenwerda
Einführung von Superintendent Dr. Christoph Gramzow

Pfarrer Dr. Christof Gramzow ist der neue Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda
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Seit dem 1. April 2026 ist Pfarrer Dr. Christoph Gramzow Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda. Mit seiner feierlichen Einführung am 12. April ist dieser Schritt nun auch öffentlich und sichtbar vollzogen worden. Es ist ein Moment der Bestätigung und zugleich einer, der den Blick nach vorn richtet.

Denn der Kirchenkreis Bad Liebenwerda steht nicht für sich allein. Die seit Jahren vorbereitete Fusion mit dem Kirchenkreis Torgau-Delitzsch wird zum 1. Januar 2027 Wirklichkeit. Dann entsteht der neue Kirchenkreis Torgau. Dr. Christoph Gramzow wird ihn als Superintendent leiten. Seine Einführung steht damit in einem größeren Zusammenhang: Sie fällt in eine Zeit, in der sich Strukturen verändern – und in der zugleich längst an einem gemeinsamen Weg gearbeitet wird.

Ein Gottesdienst, getragen von vielen

Was in Gesprächen, Gremien und Projekten seit Jahren wächst, war an diesem Tag auch konkret zu erleben: Menschen aus beiden Kirchenkreisen haben den Gottesdienst gemeinsam gestaltet. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende brachten sich ein, der Chro der Kantorei Bad Liebenwerda gestaltete die Musik gemeinsam mit dem Posaunenchor, in dem Bläserinnen und Bläser aus beiden Kirchenkreisen musizierten. Dieses Miteinander wirkte selbstverständlich – und genau darin lag seine Stärke. Eröffnet wurde der Gottesdienst von Präses Dieter Roth aus dem Kirchenkreis Torgau-Delitzsch gemeinsam mit Pfarrer Torben Linke, der in den vergangenen Monaten als amtierender Superintendent die Vakanzzeit verantwortungsvoll begleitet hat. Diese Zeit war nicht nur ein Übergang, sondern auch eine Phase, in der vieles weitergeführt und vorbereitet wurde.

Die Einführung selbst nahm Regionalbischof Dr. Johann Schneider vor. In seiner Ansprache würdigte er den Weg von Christoph Gramzow und betonte besonders die Verbindung von theologischer Reflexion und praktischer Erfahrung. Gramzow wurde 1969 in Wittenberg geboren, studierte Theologie und Psychologie in Leipzig und Halle und war zunächst über viele Jahre wissenschaftlich tätig, bevor er sich für den Pfarrdienst entschied. Seit 2013 arbeitet er als Gemeindepfarrer und hat im Kirchenkreis Wittenberg auch Leitungsverantwortung übernommen. Diese Verbindung von Theorie und Praxis sei, so Johann Schneider, eine tragfähige Grundlage für die Leitung eines Kirchenkreises – insbesondere in einer Zeit, die von Veränderungen geprägt ist.

Im Anschluss wurde Dr. Christoph Gramzow für seinen Dienst gesegnet. Ein besonderer Moment war die Übergabe der Urkunden: Dr. Gramzow erhielt sowohl die Ernennungsurkunde als Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda als auch bereits die Urkunde für den künftigen Kirchenkreis Torgau. Gegenwart und Zukunft wurden hier in einem Moment sichtbar miteinander verbunden.

„Er gibt den Müden Kraft“ – eine Predigt mit klarem Blick

In seiner Predigt richtete Christoph Gramzow den Blick auf ein Thema, das viele Menschen betrifft: Müdigkeit und das Gefühl von Ohnmacht. Ausgehend von dem biblischen Wort „Er gibt den Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. [...]“ im Alten Testament, im Buch Jesaja spannte er einen Bogen von den Erfahrungen des Volkes Israel bis in die Gegenwart. Schon damals, so Gramzow, hätten Menschen Zeiten erlebt, in denen sie erschöpft waren, ohne Perspektive, ohne Energie. Auch im Neuen Testament finden sich solche Momente: die Frauen am Grab, die Jünger, die sich zurückgezogen haben, Thomas, der zweifelt. Es sind Geschichten von Menschen, die an ihre Grenzen kommen und die aus eigener Kraft nicht weiterwissen. Der Wendepunkt liegt nicht nur in ihrer eigenen Stärke, sondern in der Begegnung mit dem auferstandenen Christus. Erst daraus entsteht genügend Kraft. Erst daraus wird Bewegung möglich.

Diese Perspektive übertrug Gramzow auf die Gegenwart. Viele Menschen erleben heute, dass ihre Handlungsspielräume kleiner werden. Abläufe sind festgelegt, der Alltag wirkt eng, Kreativität kommt zu kurz. Das Gefühl, wenig Einfluss zu haben, wächst. Dem setzte er eine klare Haltung entgegen: Es braucht Räume, in denen Menschen wieder handeln können. Räume, die von Vertrauen geprägt sind. Räume, in denen nicht Misstrauen, sondern Zutrauen den Ton angibt. Der Glaube ist dabei keine Ergänzung, sondern Grundlage. „Gott ist da – er gibt den Müden Kraft und stärkt die Ohnmächtigen.“ Aus dieser Erfahrung heraus könne neues Handeln entstehen – getragen, nicht erzwungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass dieser Glaube in Bewegung führt. Kirche lebt davon, dass Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und ihre Begabungen im Haupt- wie im Ehrenamt einsetzen. Gramzow sprach davon, wie er bereits in beiden Kirchenkreisen viele Menschen kennengelernt hat, die genau dazu bereit sind. Darin liege eine große Stärke, an die es anzuknüpfen gelte. Es gehe darum, Orte der Andacht und Besinnung zu schaffen und gleichzeitig Handlungsspielräume zu eröffnen. „Wir haben viel Spielraum im Glauben“ – dieser Satz stand dabei im Raum.

Mit Blick auf die bevorstehende Fusion wird deutlich, dass es nicht allein um strukturelle Fragen geht. Es geht darum, Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln. Zwei Kirchenkreise bringen ihre Erfahrungen, ihre Menschen und ihre Prägungen ein. Daraus entsteht kein fertiges System, sondern ein gemeinsamer Weg, der gestaltet werden will. Leitung bedeutet in diesem Zusammenhang, zuzuhören, zu bündeln und Impulse zu geben. Christoph Gramzow versteht seine Rolle als eine, die genau das ermöglicht: Orientierung zu geben, ohne einzuengen, und Entwicklung zu begleiten, ohne sie vorwegzunehmen.

Nach der Predigt gab es noch besonderer Moment: der Beitrag der Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Aus allen 4 Stämmen waren sie zusammengekommen und sangen gemeinsam ein Lied. Es war ein einfacher, aber sehr eindrücklicher Beitrag, weil er zeigte, wie Gemeinschaft über einzelne Gruppen hinaus wachsen kann.

Begegnung im Anschluss

Nach dem Gottesdienst kamen viele der Anwesenden im Gemeindezentrum zusammen. In Grußworten wurde die Einführung aufgenommen, und zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, Dr. Christoph Gramzow persönlich zu begegnen und ihm Glück und Segen für seinen Dienst zu wünschen. Dabei zeigte sich noch einmal die große Bandbreite derer, die diesen Tag mitgetragen haben: Vertreterinnen und Vertreter aus der kirchlichen Leitung, Superintendenten aus benachbarten Kirchenkreisen, Gäste aus der Politik, Pfarrerinnen und Pfarrer sowie zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeitende. Viele, die in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen Verantwortung tragen und die doch an diesem Tag zusammenkommen. Es blieb nicht bei formellen Worten. Zwischen Stehtischen und Kaffeetassen entstanden Gespräche, wurden Eindrücke geteilt, Erinnerungen ausgetauscht und erste Gedanken für das, was kommt, weitergesponnen. Man merkte schnell: Hier begegnen sich Menschen, die nicht nur auf Strukturen schauen, sondern auf das, was dahinter steht.

Dr. Christoph Gramzow hat seinen Dienst bereits aufgenommen. Mit seiner Einführung ist das nun auch sichtbar geworden. Und gleichzeitig bleibt spürbar, dass dieser Weg nicht an einem einzelnen Tag festzumachen ist. Er setzt sich fort: in Gesprächen, in Entscheidungen, in kleinen und großen Schritten. Was dabei trägt, ist nicht zuerst ein Plan, sondern die Bereitschaft, gemeinsam zu gehen. Menschen, die sich einbringen. Die Verantwortung übernehmen. Die ihre Kirche mitgestalten wollen, mit ihren Fragen, ihren Ideen und ihrer Erfahrung. Nicht alles ist festgelegt. Aber vieles ist möglich. Und genau darin liegt die Stärke dieses Moments.

Pfarrer Dr. Christof Gramzow ist der neue Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda
Superintendent Dr. Christoph Gramzow (l.) und Regionalbischof Dr. Johann Schneider nach dem Einführungsgottesdienst am 12. April 2026
Autor:

Saskia Bugajowa

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