Kirchen zu AfD-Wahlprogramm
Angriff auf Menschenwürde

Landtag Sachsen-Anhalt in Magdeburg  | Foto: EKM
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Magdeburg (red). Die Leitenden Geistlichen der evangelischen und katholischen Kirche in Sachsen-Anhalt sehen in dem heute beschlossenen Wahlprogramm des AfD-Landesverbandes für die Landtagswahl am 6. September einen Angriff auf die offene Gesellschaft und den sozialen Frieden im Land.

„Die Positionen der AfD in Sachsen-Anhalt sind mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar. Als Christinnen und Christen glauben wir an die von Gott gegebene Gleichwertigkeit und die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen. Das Programm der AfD setzt hingegen auf Abwertung und Ausgrenzung“, betonen Bischof Dr. Gerhard Feige (Bistum Magdeburg), Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer (Evangelische Landeskirche Anhalts) und Landesbischof Friedrich Kramer (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland).

Das Wahlprogramm stehe zudem für eine Abkehr von bisher selbstverständlichen Freiheitsrechten in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen: „Menschenwürde, Freiheit und Solidarität finden in diesem Gesellschaftsentwurf keine Heimat. Der Freiheit der individuellen Lebensgestaltung steht ein Rückgriff auf traditionalistisch patriarchalische Rollenbilder gegenüber. Staatliche Denkvorgaben ersetzten die Wissenschaftsfreiheit. Religionsfreiheit wird nach politischer Zweckmäßigkeit bemessen. Eine völkisch-nationalistische Sicht verengt Kunst und Kultur. Statt Wandel mit Zuversicht zu gestalten wird Angst vor Veränderung geschürt. Statt auf ein solidarisches Miteinander wird auf Polarisierung und Ausgrenzung gesetzt. Der Rechtsstaat wird verächtlich gemacht, anstatt Vertrauen in Institutionen zu stärken“, so die drei Geistlichen.

„Ohne Zweifel sind die Probleme unserer Zeit umfangreich und vielschichtig. Über unterschiedliche Auffassungen zu sozialer Gerechtigkeit, Integration oder wirtschafts- und friedenspolitischen Fragen muss und darf in einer Demokratie gestritten werden. Die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen und die modernen Freiheitsrechte dürfen jedoch nicht negiert werden“, unterstreichen Friedrich Kramer, Gerhard Feige und Karsten Wolkenhauer.

In Sachsen-Anhalt leben rund 300.000 evangelische und katholische Christen, davon sind 235.000 evangelisch und 66.000 katholisch.

Autor:

Willi Wild

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