Wort zur Woche
Von Hirten, Oberhirten und dem guten Hirten

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Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10, Verse 11 a.27-28 a

Was wir in der Pandemie erleben – ist das nicht ein säkulares Abbild dieses biblischen Gleichnisses? Wir hören die Politiker und Virologen, folgen ihren Ratschlägen und Anweisungen, halten die verordneten Maßnahmen weitgehend ein. Andererseits lassen wir uns nicht gern vorschreiben, was wir zu tun oder zu lassen haben. Auch wenn mir persönlich manche Vorschriften einleuchten, würde ich nicht behaupten, dass ich mit allem einverstanden bin und nie Zweifel habe, ob unsere „Hirten“ alles richtig machen. Das ist der Unterschied zu dem religiösen Bild von Christus als dem guten Hirten, dem wir blind vertrauen können. Ob wir aus dem Kanon der vielen Stimmen seine Stimme wahrnehmen?
Das Bibelwort hat seine alttestamentliche Parallele im Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." Gleichwohl mangelt es uns derzeit an Begegnungen, sozialen Kontakten, an kulturellen Erlebnissen – und auch an Geduld. In manchen Branchen gehen vielen Menschen mittlerweile die Perspektiven verloren. Ganz zu schweigen von den existenziellen Ängsten, den materiellen Sorgen, die oftmals zum Verzweifeln sind.
Mir wird nichts mangeln! Wie wäre es, wenn wir in dieser Pandemie von manchen Mangelerscheinungen absehen und uns auf das besinnen, woran es uns nicht mangelt? Das sind die ganz alltäglichen Selbstverständlichkeiten, die uns in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen. Bei einem ausgiebigen Spaziergang können wir die Natur genießen. Wir sind nicht abgeschnitten von der Welt. Trotz Kontaktbeschränkungen können wir uns per Telefon oder in einer Videokonferenz austauschen. Dank der Digitalisierung können wir uns rund um die Uhr informieren, kulturelle und kirchliche Angebote wahrnehmen. Und und und …
All die alltäglichen Selbstverständlichkeiten – so banal sie uns erscheinen mögen –, sie sind handgreifliche Beweise dafür, dass wir in Christus einen guten Hirten haben.

Sabine Kuschel, Theologin, Dresden

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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