Predigttext zum Sonntag
Ungeahnte Kräfte

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Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach.
Jesaja 66, Vers 12 

Freuet euch …" So beginnt der Predigttext für diesen Sonntag. Und er endet mit dem Vers: "Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Was für ein schönes Bild! Was für eine großartige Aufforderung!
Doch erscheint sie mir gerade recht realitätsfern. In Zeiten der Corona-Hysterie und der Hamsterkäufe, in Zeiten, in denen wir menschlichem Leid an den europäischen Grenzen mit Tränengas begegnen, in Zeiten, in denen Hassreden und politische Gewalttaten vor unserer Haustür geschehen, da scheint die Aufforderung zur Freude doch recht unpassend.

Gott lässt Jesaja dem Volk Israel diese Worte übermitteln, als sie nach langen Jahren wieder in ihre Heimat kamen. Aber es war nicht nur eine Zeit der Freude über die Rückkehr. Ihnen war die Heimat fremd geworden. So war auch Enttäuschung und Resignation zu spüren. In solche Zeiten kommt die so unpassend erscheinende Aufforderung: "Freuet euch!"

Aber wann sonst können uns Gottes tröstende Worte und heilbringende Verheißungen Kraft schenken, wenn nicht in Zeiten, in denen wir es so nötig brauchen? Mitten in der Passionszeit heißt der Sonntag: Lätare – Freuet euch! Mitten in den Wochen des Erinnerns an die Leiden Jesu und damit an das immer noch schlimme Leid in unserer Welt, schenkt Gott uns Trost und Hoffnung. Es ist eine heilsame Unterbrechung. Wie eine Oase nach langer Wanderung in der Wüste. Wie ein "In den Arm genommen werden" nach langem Schweigen oder ein befreiendes Lachen nach einem Streit. Das Leiden endet dadurch längst nicht, aber wir werden gestärkt, damit umzugehen oder dagegen anzugehen.

Trost ist Stärkung, und Freude weckt ungeahnte Kräfte: Vergesst für einen Augenblick das Elend der Welt! Stärkt euch und schaut auf das Gute im Leben! Vergewissert euch des Trostes unseres Gottes, steht auf und handelt! Es ist gut, dieser Aufforderung nachzukommen und den göttlichen Trost bewusst zu spüren. Denn so lösen wir die Erstarrung angesichts des übermächtigen Leids und finden Wege, es zu überwinden.

"Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras." (Vers 14). Das ist die Verheißung, die dem Trost folgt. Möge sie zur Gewissheit werden und unser Handeln leiten.

Ronald
Höpner,
Pfarrer
der Land-gemeinde
Quellendorf
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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