Predigttext zum Sonntag
Singend auf dem Sofa

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Als man den Herrn lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke.
2. Chronik 5, Vers 13 

Singet dem Herrn – in Corona-Zeiten! Wie soll das gehen? Das fragen sich in diesen Tagen wohl nicht nur die Kirchenmusikmitarbeiter in unseren Gemeinden. Auch wir hatten für den Sonntag Kantate besondere Kirchenmusik geplant. Eine kleine Messe sollte aufgeführt werden. Denn wann, wenn nicht an diesem Sonntag darf das musikalische Gotteslob besonders im Mittelpunkt stehen. Das Singen und Musizieren gehört natürlich auch sonst zum zentralen Inhalt unserer Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen.

Aber nun: Seit Wochen keine Chorproben mehr! Bis vor Kurzem gar keine Gottesdienste und in der vorvergangenen Woche erreichte uns die Mitteilung aus dem Landeskirchenamt, derzeit möglichst gar nicht zu singen, wegen erhöhter Ansteckungsgefahr. Und wie soll es auch gehen mit Mundschutz? Eigentlich könnte einem die Lust am Singen und Musizieren derzeit ganz vergehen, es reicht höchstens zum Klagelied.

Andererseits bahnt sich gerade in diesen Zeiten die Musik, auch das gemeinsame Singen, ganz neue Wege. Menschen verabreden sich zu bestimmten Zeiten an verschiedenen Orten zu einem bekannten Lied. Ob das am Ende in musikalisch geschulten Ohren gut klingt, weil selbst das einstimmige Singen schon geübt sein will, ist dabei Nebensache. Die Sänger wissen sich eins in ihrem Anliegen: Sie wollen mit ihrer Musik in diesen besonderen Zeiten ein positives Zeichen setzen; gerade jetzt, wo Abstandhalten zur Pflicht gemacht wird, etwas Gemeinschaftliches erleben. Wichtig bleibt eins: Die musikalische Stimme zu erheben, ganz verschieden, je nachdem wie es die Zeiten erfordern.

Der biblische Text für diesen Sonntag nimmt uns mit in die Vergangenheit: Kirchweihfest wurde gefeiert, würden wir heute sagen. Es handelt sich um die pompöse Tempelweihe nach vollendetem Bau dieses Heiligtums. Da gehörte natürlich entsprechende Musik dazu. Der Anlass verlangte Besonderes. Aber das wirklich Entscheidende dabei bleibt: Wer gelobt, wem gedankt wird! Dem Herrn. Und dazu haben auch wir heute allen Grund. Auch wenn wir es gegenwärtig auf dem Sofa sitzend beim Fernsehgottesdienst tun!

Karlheinz Wohlgemuth, Pfarrer der Kirch-gemeinde Oberes Pleißental
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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