Wort zur Woche
Nachdenken über Gott und die Welt

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Johannes 5, Vers 4

Von Christine Lässig, Pfarrerin i.R., Weimar

Die Welt hat keinen guten Ruf. Sie liegt im Argen, das bestätigt sich immer wieder: Sie wird vom Geld regiert. Man kann hinschauen, wo man will –
wer zahlen kann, ist im Vorteil, kann Meinungen manipulieren, den Krieg gewinnen, Arme erpressen, Andersdenkende kaufen. Besitzgier und Machthunger lassen Anstand und Würde vergessen, die Korruption blüht allerorten. Denn: Dem Stärkeren gehört die Welt. Ich zuerst. Er nimmt sich, was er will, ohne auf die Bedürfnisse der anderen zu achten, die Natur zu schonen, den Frieden zu wahren, Gerechtigkeit walten zu lassen. Soll ich meines Bruders Hüter sein? Das Klagelied über den Zustand unserer Erde hat noch viele Strophen. Die Welt ist des Teufels Braut, bringt es ein Sprichwort auf den Punkt.
Diese Weltsicht ist etwas einseitig. Allerdings gilt auch in biblischen Zeiten die Welt als etwas, das man überwinden muss. Gottes Menschenliebe und seine Gebote markieren die Alternative. Sie sind der Gegenentwurf zu den Erfahrungen, dass das Böse oft die Oberhand gewinnt und jeder sich selbst der Nächste ist. Das ist nicht im Sinne Gottes. Das muss anders gehen – nicht erst am Ende aller Tage, sondern hier und heute.
Überall da, wo Nächstenliebe kein Fremdwort ist, Menschenwürde geachtet und der Schwache geschont wird, wo geschmähte Gutmenschen eben Gutes tun, bekommt die Welt ein anderes, ein freundliches Gesicht. Da ist sie nicht mehr des Teufels Braut, sondern ein Stück vom Reich Gottes. Kein Paradies, aber ein Ort, an dem es sich leben lässt. Resignation wäre schlimm. Wir brauchen Zuspruch und Hoffnung, um uns selbst und was auf der Welt im Argen liegt, zu überwinden. Das macht sich als Einzelgänger nicht so gut wie im Verein mit anderen. Johannes schreibt nicht von ungefähr von unserem Glauben. Zusammen sind wir stärker, als Gemeinde können wir mehr Einfluss nehmen auf den Gang der Dinge. Wir können Mut machen, damit wir nicht aufgeben, die Welt im Kleinen und Großen ein bisschen besser machen zu wollen. Das wäre ganz im Sinne Gottes.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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