Predigttext zum Sonntag
Ein Herz und eine Seele

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Denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Jeremia 31, Vers 34 b 

Das wäre ja schön! Endlich eine neue Ordnung – ein gutes Miteinander – endlich!
Das wäre damals schön gewesen, für das Volk Israel und vor allem für den Propheten Jeremia selbst. Es gab einen guten Bund Gottes mit den Menschen seit Noahs Zeiten. Doch irgendwie klappte es nicht. Weder bei der Wüstenwanderung mit den Geboten auf Stein – erst recht nicht im Königreich. Jeremia konnte nicht nur ein Lied davon singen, Klagelieder, Gerichtspredigten – wehe, wehe! Nicht nur Krüge wurden zerbrochen – wehe, wehe ist da seitenweise zu lesen. Und dann, trotz allem oder gerade deswegen: Alles wird gut und schön!

Wir haben heute noch die frohe Botschaft von Jesus dazu. Dieser neue Bund schenkt Friede auf Erden, aller Kreatur ein Wohlgefallen. Da sind schon so viele christliche Gedanken in unsere Gesellschaft und in unsere Gesetzgebung eingeflossen, die unser Miteinander mit Nächstenliebe und Versöhnung prägen. Doch irgendwie klappt es nicht. Jeder will sich mit seinem Glauben über den anderen erheben. Wie viele Kriege gab und gibt es um die rechte Erkenntnis? Jetzt entzünden sich die Streitereien an diesem winzig kleinen Virus. Was ist erlaubt, was verboten? Was ist gut für uns alle, für Kranke, für Alte?

Alles wird gut und schön! Da ist sich Jeremia ganz sicher, und ich möchte mich ihm anschließen: Gott schreibt doch einem jeden von uns seine gute Weisung in unser Herz. Da brauchen wir nicht besserwisserisch auftreten. Da sollten wir akzeptieren, dass auch dem und der anderen Gott ins Herz geschrieben hat. Da können wir mit mancher politischen Entscheidung auch barmherzig umgehen. Aber wir dürfen auch in unser Herz lauschen, was Gott uns sagen will.

Mögen Politik und Gesellschaft nun nicht gleich wieder mit Voll-dampf loslegen, sondern das fördern, was Menschlichkeit und Bewahrung der Schöpfung ermöglicht. Und wir selbst sollten die Zeit des Innehaltens nutzen, Fehler hinter uns zu lassen und miteinander Klein und Groß Gottes Volk zu sein. Wenn es diese Woche noch nicht klappt, dann aber nächste Woche mit dem guten Geist Gottes, der uns Feuer und Flamme fürs gute Miteinander sein lässt.

Margareta Seifert, Pfarrerin i. R., Bülzig
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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