Oberhausen: Gasometer zeigt Klimageschichte
Staunen und Schaudern

In der Hand: 20 Leuchtgloben visualisieren Ölverschmutzung oder das Ozonloch.
  • In der Hand: 20 Leuchtgloben visualisieren Ölverschmutzung oder das Ozonloch.
  • Foto: Thomas Wolf
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Seltene Antilopen in der asiatischen Steppe, malerische Vulkanausbrüche und ein verwunschener Märchenwald im englischen Dartmoor.

Von Bettina von Clausewitz

Im Kontrast dazu die brutalen Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur: ein blutverschmiertes, verendetes Nashorn ohne Horn oder die aufgerissene Landschaft im Rheinischen Kohle-revier Garzweiler – bewegende Bilder aus nah und fern. Zwischen Staunen und Schaudern – das ist der emotionale Spannungsbogen der Ausstellung «Das zerbrechliche Paradies» zur Klimageschichte im Gasometer Oberhausen mit insgesamt 180 teils preisgekrönten großformatigen Fotos und Filme.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle auf hohem ästhetischem Niveau, das die Besucherinnen und Besucher in der mehr als 100 Meter hohen, fensterlosen Halle erwartet, aber auch eine Ambivalenz, die gewollt ist. Kaum ein anderer Ort scheint dazu geeigneter als der 117 Meter hohe Gasometer Oberhausen, ein Industriedenkmal mitten im Ruhrgebiet. Mit seinen gut 7000 Quadratmetern Ausstellungsfläche auf drei Ebenen gilt er als höchste Ausstellungshalle Europas und nutzt diese Besonderheit auch jetzt wieder auf einzigartige Weise. Höhepunkt der Schau auf der oberen Ebene ist eine 20 Meter große, freischwebende Erdkugel. Der Globus, der im Dunklen erstrahlt, bildet die Projektionsfläche für 13 Videoprojektoren, die abwechselnd etwa Meeresströme, Nachtlichter oder Schiffsrouten weltweit und über längere Zeiträume sichtbar machen.

Neben den zahlenmäßig dominanten Fotos und Filmen bietet die Ausstellung auch 3D-Animationen, die eine Klimareise etwa in den brasilianischen Regenwald möglich machen. 20 kleinere Leuchtgloben zum Anfassen in der mittleren Etage visualisieren wiederum die Ölverschmutzungen im Meer oder das Ozonloch. Ein Highlight ist gleich im Eingangsbereich zu sehen: der berühmte Gipsabdruck eines Kindes aus Pompeji, das beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus verschüttet wurde.

Neben den Folgen des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit geht es auch darum, den Blick auf positive Veränderungen zu richten. Auf die komplett begrünten Zwillingstürme eines Wohnhauses in Mailand etwa, die Bosco Verticale, oder die Renaturierung der Emscher im Ruhrgebiet, die lange als schmutzigster Fluss in Deutschland galt. «Das zerbrechliche Paradies» zeigt beides, Schönheit und Zerbrechlichkeit, aber auch die Umsetzung konkreter Utopien zum Erhalt der Erde.
(epd)

"Das zerbrechliche Paradies" ist bis zum 30. Dezember 2022 zu sehen.

 gasometer.de

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