Oskar Brüsewitz
Sonderausstellung zu Selbsttötung des Pfarrers
- Foto: epd-bild/Jens Schulze
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Vor 50 Jahren erschütterte die Selbsttötung des Pfarrers Oskar Brüsewitz in Zeitz die DDR. Das Stadtmuseum Zeitz widmet dem Protest des evangelischen Theologen und seiner Bedeutung in der Gegenwart eine Sonderausstellung.
Zeitz (epd). Mit einer Sonderausstellung im Schloss Moritzburg erinnert die Stadt Zeitz an die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers Oskar Brüsewitz vor 50 Jahren. Die Ausstellung «Oskar Brüsewitz - Gegen das Vergessen» wird am 25. April im Stadtmuseum eröffnet und zeigt zahlreiche Originale. Dazu zählen nach Angaben von Museumsleiterin Kristin Otto vom Mittwoch kirchliche Dokumente sowie eine rekonstruierte Fassung des Lichtkreuzes aus der Kirche in Rippicha bei Zeitz.
«Für uns war es wichtig, Oskar Brüsewitz als Person in den Mittelpunkt der Ausstellung zu stellen - jenseits der Verzweiflungstat, durch die er vor 50 Jahren bekannt wurde», sagte die Museumsleiterin. Die Ausstellung solle zudem anregen, «über eigene Haltungen nachzudenken: wofür man selbst einsteht und wie weit man dafür gehen würde».
Oskar Brüsewitz hatte am 18. August 1976 vor der Zeitzer Michaeliskirche zwei Plakate auf das Dach seines Autos gestellt, mit denen er gegen die Kirchenpolitik des SED-Regimes protestierte. Im Anschluss übergoss sich der Pfarrer mit Benzin und zündete sich an. Obwohl Mitarbeiter der DDR-Stasi die Aktion schnell beendeten, starb Brüsewitz vier Tage später an seinen Verbrennungen.
Autor:Online-Redaktion |
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