Sanitätsdienst am Christlichen Gymnasium Jena
Wo der rote Rucksack Schule macht

Schulsanitätsdienst: Das Team um Lotta (v.l.), Marike, Lena und Bastian ist speziell für Unfälle geschult, die in der Schule häufig vorkommen, wie zum Beispiel Sportverletzungen. | Foto: Beatrix Heinrichs
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  • Schulsanitätsdienst: Das Team um Lotta (v.l.), Marike, Lena und Bastian ist speziell für Unfälle geschult, die in der Schule häufig vorkommen, wie zum Beispiel Sportverletzungen.
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Wenn der Ball im Sportunterricht statt im Tor am Kopf landet oder der Sprint in die ersehnte Pause mit einer Schürfwunde am Knie endet, dann braucht es nur ein kurzes Signal und sie sind da: die Schulsanitäter. Insgesamt 17 solcher Ersthilfe-Dienste der Johanniter-Unfall-Hilfe gibt es im Bereich des Landesverbands Sachsen-Anhalt/Thüringen. In diesem Schuljahr hat das Team am Christlichen Gymnasium in Jena seine Arbeit aufgenommen. 

Von Beatrix Heinrichs

"Wir sind da, wenn sich Mitschüler im Sportunterricht verletzen, wenn ihnen unwohl ist, sind wir bei ihnen, bis die Eltern sie aus der Schule abholen und wir könnten auch Ersthilfe leisten, wenn es im Chemieunterricht mal nicht so läuft, wie geplant – aber diesen Fall hatten wir zum Glück noch nicht", erklärt Marike Muth. Die 14-Jährige hat eine besondere Aufgabe übernommen: Sie ist eine von zehn Schülersanitätern am Christlichen Gymnasium in Jena.

"Die Idee entstand schon vor einigen Jahren bei einem Erste-Hilfe-Kurs, den die Johanniter hier an der Schule angeboten haben", erinnert sich Schulleiterin Susanne Raab. Schon damals sei ein Sanitätsteam aufgebaut worden. Das Angebot sei allerdings mit dem Fortgang der Abiturienten und den Einschränkungen während der Pandemie wieder eingeschlafen. Zu neuem Leben erweckt hat es eine kleine Gruppe um William Rienecker.

Theorie trifft Praxis: William Rienecker leitet die Gruppe am Christlichen Gymnasium und übernimmt als ausgebildeter Johanniter-Jugendgruppenleiter auch die Schulungen. | Foto: Beatrix Heinrichs
  • Theorie trifft Praxis: William Rienecker leitet die Gruppe am Christlichen Gymnasium und übernimmt als ausgebildeter Johanniter-Jugendgruppenleiter auch die Schulungen.
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Der Zwölftklässler ist ausgebildeter Johanniter-Jugendgruppenleiter. "Wir fanden die Idee super und haben nicht locker gelassen. Sogar ein richtiges Konzept haben wir erarbeitet und es in der Schulgesamtkonferenz vorgestellt", erklärt er. Heute leitet William die Gruppe und stellt die Verbindung zum Johanniter-Landesverband her.

Der Schulsanitätsdienst ist eine Kooperation zwischen Schule, Johanniter-Jugend und der Johanniter-Unfall-Hilfe.  | Foto: Beatrix Heinrichs
  • Der Schulsanitätsdienst ist eine Kooperation zwischen Schule, Johanniter-Jugend und der Johanniter-Unfall-Hilfe.
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Der Schulsanitätsdienst ist eine Kooperation zwischen Schule, Johanniter-Jugend und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Während die Johanniter-Jugend das Angebot begleitet, kümmert sich die Johanniter-Unfall-Hilfe um die Schulungen und stellt die entsprechende Ausstattung zur Verfügung.

Übung macht den Meister: Bei einer Herzdruckmassage kommt es auf das richtige Verhältnis von Kraft und Rhythmus an. Die Neuntklässler Marike (v.l.), Lena und Bastian üben die Reanimation dafür an speziellen Trainingspuppen.  | Foto: Beatrix Heinrichs
  • Übung macht den Meister: Bei einer Herzdruckmassage kommt es auf das richtige Verhältnis von Kraft und Rhythmus an. Die Neuntklässler Marike (v.l.), Lena und Bastian üben die Reanimation dafür an speziellen Trainingspuppen.
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Die Ausbildung zum Schüler-Ersthelfer umfasse 24 Unterrichtseinheiten und orientiere sich dabei an der Schulsituation, erklärt Marie Stollberg, Jugendbildungsreferentin der Johanniter-Unfall-Hilfe im Landesverband Sachsen-Anhalt/Thüringen. So würden die Jugendlichen speziell für Unfälle geschult, die in der Schule häufig vorkommen, also kleinere Verletzungen wie Schürf- oder Schnittwunden und Sportunfälle.

Erfolgsmessung: Die Trainingspuppen sind mit einer App verbunden. So ist ein direktes Feedback möglich, das den Schulsanitätern zeigt, wie erfolgreich die Wiederbelebungsmaßnahme war.  | Foto: Beatrix Heinrichs
  • Erfolgsmessung: Die Trainingspuppen sind mit einer App verbunden. So ist ein direktes Feedback möglich, das den Schulsanitätern zeigt, wie erfolgreich die Wiederbelebungsmaßnahme war.
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Im Gebiet des Landesverbands gibt es insgesamt 17 solcher Schulsanitätsdienste. Der am längsten bestehende Dienst wurde 1999 an einer Schule in Bad Langensalza gegründet. "Wir sind mit diesem Angebot überwiegend an Gymnasien und weiterführenden Schulen präsent. Aber auch immer mehr Grundschulen haben Interesse an Kooperationen mit uns", berichtet Stollberg.

Atemstillstand: Jugendleiter William Rienecker (v.l.) zeigt Lena und Rebecca, wie man die Maske eines sogenannten Ambu-Beutels fixiert und worauf bei einer manuellen Beatmung zu achten ist. | Foto: Beatrix Heinrichs
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Am CGJ ging der Schulsanitätsdienst nach der Ausbildungsphase in diesem Schuljahr offiziell an den Start. Die Bereitschaftsdienste sind über das Schuljahr unter den Schülern im Sanitäts-Team verteilt. "Wir müssen dabei auch die Stundenpläne und Klausurtermine im Blick haben", berichtet Bastian Pauliks, der die Dienstpläne für das Team erstellt.

Schulnotruf per App: Wenn der "Sani-Alarm" ertönt, dürfen die Schüler den Unterricht verlassen. Welche Teammitglieder sich einsatzbereit halten müssen, regelt ein Dienstplan, den die Schüler selbst aufstellen. | Foto: Beatrix Heinrichs
  • Schulnotruf per App: Wenn der "Sani-Alarm" ertönt, dürfen die Schüler den Unterricht verlassen. Welche Teammitglieder sich einsatzbereit halten müssen, regelt ein Dienstplan, den die Schüler selbst aufstellen.
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Pro Woche sind es drei bis vier Einsätze, zu denen die Schulsanitäter am Christlichen Gymnasium gerufen werden, erklärt Susanne Raab. "Wir arbeiten mit einer App, um den Notruf auszulösen." Die Schüler dürften für ihren Einsatz dann den Unterricht verlassen, um nach dem verletzten Mitschüler zu sehen. Die Erstversorgung übernähmen die Schüler dabei eigenständig. "In ernsten Fällen erfolgt aber immer eine Absprache mit dem Lehrer, so dass bei Bedarf das Sekretariat den Rettungsdienst verständigen kann."

Jeder Handgriff muss sitzen: In kleinen Fallbeispielen wird das ABC der lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchbuchstabiert. Hier üben Lena (v.l.), Rebecca und Marike eine stark blutende Schnittwunde zu versorgen. | Foto: Beatrix Heinrichs
  • Jeder Handgriff muss sitzen: In kleinen Fallbeispielen wird das ABC der lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchbuchstabiert. Hier üben Lena (v.l.), Rebecca und Marike eine stark blutende Schnittwunde zu versorgen.
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Das Team am CGJ trifft sich einmal in der Woche: zur Schulung, um Einsätze auszuwerten und Abläufe in verschiedenen Notfallsituationen zu üben. "In einer Erste-Hilfe-AG geben wir unser Wissen auch an die gesamte Schulgemeinschaft weiter", berichtet William Rienecker. Um die 40 Schüler würden das Angebot regelmäßig wahrnehmen, darunter auch viele Fünftklässler. "Darüber freue ich mich besonders. Da brauchen wir uns um den Nachwuchs in unserem Team hoffentlich keine Sorgen machen."

Der Rucksack ist startklar für den nächsten Einsatz. Die Materialien für den Sanitätsdienst an Schulen stellt die Johanniter-Unfall-Hilfe zur Verfügung. | Foto: Beatrix Heinrichs
  • Der Rucksack ist startklar für den nächsten Einsatz. Die Materialien für den Sanitätsdienst an Schulen stellt die Johanniter-Unfall-Hilfe zur Verfügung.
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Schulleiterin Susanne Raab ist vom Engagement ihrer Schüler begeistert. "Ich gestehe, ich war zunächst skeptisch. Aber das hat sich geändert. Die Jugendlichen gehen sehr verantwortungsvoll mit der Aufgabe um. Für uns ist das eine große Entlastung."

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Beatrix Heinrichs

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