Kritik an Ostbeauftragtem
Wie bitte?

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Von Matthias Pankau

Marco Wanderwitz (CDU) ist Ostbeauftragter der Bundesregierung. Er steht derzeit massiv in der Kritik.
Warum? Er hatte im „FAZ-Podcast für Deutschland“ gesagt, Ostdeutsche stünden stärker in der Gefahr, rechte Parteien zu wählen, als Westdeutsche: „Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise in einer Form diktatursozialisiert sind, dass sie auch nach 30 Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind.“ Wie bitte? Wanderwitz, Jahrgang 1975, stammt selbst aus Sachsen, genauer gesagt Chemnitz – damals Karl-Marx-Stadt. Wem, wenn nicht ihm, sollte mehr als deutlich vor Augen stehen, wer 1989 ganz wesentlich zum Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs beitrug? Es waren zu einem ganz wesentlichen Teil Bürger, die eben nicht obrigkeitshörig und „diktatursozialisiert“ waren, sondern die aus ihrem Gewissen heraus handelten.

Nein, der Osten unseres schönen Landes ist kein „failed state“ (Gescheiterter Staat), wie das hin und wieder gern behauptet wird. Die meisten Menschen dort haben einen wachen Geist, was sie mit dem Großteil der Mitbürger im Westen verbindet. Was sie unterscheidet: Die Menschen im Osten sind auch mehr als 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung nicht so angepasst. Politische Korrektheit ist vielen ein Dorn im Auge. Gender- und Quoten-Debatten sind den Menschen fremd. Warum? Weil sie mit der Lebensrealität der Menschen schlicht nichts zu tun haben.

Natürlich kann man, wie manche Kommentatoren das taten, Wanderwitz für seine Äußerungen sogar noch loben. Es sei nicht üblich, hieß es da, dass Politiker die eigenen Leute kritisierten – schon gar nicht, wenn sie in absehbarer Zeit wieder deren Stimmen benötigten.

Der Autor ist aus Leipzig und Chefredakteur der Nachrichtenagentur Idea.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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