Kirchenpräsident widerspricht Finanzler der EKD-Synode
Kirchenstatus nicht von Mitgliederzahlen abhängig

Weimar - Der leitende Geistliche der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Kirchenpräsident Joachim Liebig, hat in der aktuellen "Glaube +Heimat" (Ausgabe  zum 11. Juli) einmal bekräftigt, dass der Status einer Landeskirche nicht von deren Mitgliederzahl abhänge. Er kritisierte die Einschätzung vom Vorsitzenden des Haushaltsausschusses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Weyer, der in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) die Zahl der Landeskirchen in der EKD infrage stellte. Weyer, der Superintendent im Saarland ist, meinte: "Man sollte ernsthaft die Frage stellen, ab welcher Größe eine Landeskirche noch funktionsfähig ist."

Liebig, der der mit 30.000 Mitglieder kleinsten Gliedkirchen der EKD vorsteht, räumte zwar ein, dass die Funktionalität einer Landeskirche ein zentrales Kriterium sei, das aber nicht an der Zahl der Mitglieder festgemacht werden könne. Seine Landeskirche könne sehr wohl ihren Verpflichtungen nachkommen und sei auch perspektivisch funktionsfähig.

Liebig äußerte sich kürzlich in einem Essay zur Frage "Was ist eine Kirche, wenn sie klein ist?". Darin schreibt er: "Die Kategorisierung in Landeskirchen gleichsam minderer Dignität aufgrund ihrer Mitgliederzahlen missachtet nicht nur vollständig die jeweilige Tradition einer kirchlichen Region, sondern unterwirft sich offensichtlich ungefragt einer Gleichung von Mitgliederzahlen, die zugleich Bedeutung verheißen".

Der Theologe kommt zu dem Schluss, dass Kirche unabhängig von ihrer Mitgliederzahl solange Kirche sei, wie sie in allen Möglichkeiten die Botschaft von Kreuz und Auferstehung vermittele. Er stimmte Weyer zu, dass die Zukunft nicht in der Verbeamtung der Seelsorger liege. Der Trend gehe schon jetzt in der Landeskirche Anhalts zu privatrechtlichen Dienstverträgen.

Liebig unterstütze auch die Überlegung Weyers, die Residenzpflicht in Pfarrhäusern zu hinterfragen. In seiner Landeskirche seien bereits die Dienstwohnungen entwidmet worden. Der Theologe schlug ferner vor, anstelle von Abwicklungsphantasien "kleinere Kirchen als Laboratorien kirchlicher Zukunft zu nutzen".

(red)

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Online-Redaktion

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