Magdeburg: Bischöfin Junkermann verabschiedet
Eine «klare Stimme» für die Kirchen in den neuen Bundesländern

Ilse Junkermann
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Magdeburg (epd/red) - Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, ist heute mit einem Festgottesdienst im Magdeburger Dom nach zehnjähriger Amtszeit offiziell verabschiedet worden. Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen  Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Ralf Meister aus Hannover,  würdigte Junkermann dabei als erste Landesbischöfin der 2009 gegründeten EKM. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen (UEK), Kirchenpräsident Christian Schad aus Speyer, hatte Meister die liturgische Handlung zum Abschied aus dem Bischofsamt übernommen.

«Mutig und unerschrocken» habe sie sich den besonderen Herausforderungen in Mitteldeutschland gestellt, sagte Meister. Mit ihrem persönlichen Stil habe Junkermann ihren «Mund aufgetan für die Stummen und das Risiko, anzuecken und Widerspruch zu erregen, nicht gescheut.» Sie sei eine «klare Stimme» für die Kirchen in den neuen Bundesländern gewesen und habe immer wieder an die besondere
Situation die der Kirchen und an ihre Geschichte erinnert, sagte Meister.

In ihrer Predigt sagte Junkermann, der Glaube an Gott gebe ihr Kraft und Hoffnung, und in diesem Dienst zu stehen, gebe ihrem Leben Sinn, «Sinn jenseits aller meiner Erfolge und meines Versagens». Dieser gemeinsame Dienst habe sie zehn Jahre vielfältig verbunden und werde weiter verbinden, wenn auch anders als bisher.

Rund 500 Gäste waren nach Angaben der EKM in die Ottostadt gekommen, darunter Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sowie zahlreiche leitende Geistliche aus dem In- und Ausland.

Ilse Junkermann war die erste Landesbischöfin der damals fusionierten Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen. Die aus Baden-Württemberg stammende Theologin ist noch bis Ende August im Amt und wechselt im September an die Universität Leipzig, um dort eine Forschungsstelle zur Kirche in der DDR zu leiten. Neuer Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wird der bisherige Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, Friedrich Kramer. Im Mai wählte die Synode den 54-Jährigen im dritten Wahlgang zum Nachfolger von Junkerman.

Die EKM entstand zum 1. Januar 2009 aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen mit der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Der mitteldeutschen Kirche gehören 700.000 evangelische Christen an, 450.000 davon in Thüringen und 240.000 in Sachsen-Anhalt. Die übrigen Mitglieder stellen Gemeinden in den Randgebieten von Brandenburg und Sachsen.

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Online-Redaktion aus Weimar

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