Serie »Buga, Bibel und Botanik« (15)
Der Friedensbaum

Der Ölbaum ist wohl die älteste Kulturpflanze im Mittelmeerraum. Mit ihm verbinden sich Sesshaftwerden und das Aufblühen von Gemeinschaften.

Olivenbäume wachsen nur sehr langsam heran. Wird eine Kultur zerstört, dauert es oft Jahrzehnte bis neue Bäume Früchte tragen. Deshalb erfordert ihr Anbau gedeihliche Zustände und Frieden. So ist auch der Baum selbst zu einem Symbol des Friedens und der Hoffnung geworden. Auf felsigem Untergrund dringen die Wurzeln des Ölbaumes fest in die Felsspalten ein. Deshalb kann er auf kargem Boden gedeihen und über 1000 Jahre alt werden. Bis ins hohe Alter bleibt er fruchtbar.

In der Bibel gehört der Ölbaum zu den sieben Segnungen des heiligen Landes (5.Mose 8 Vers 8).
Das Öl aus den Früchten nutzt man noch heute als ein wichtiges Nahrungsmittel. Aber auch für die Körperpflege, in der Medizin und als Brennstoff findet es Verwendung.

Etwa 1 Prozent der Blüten werden befruchtet, von denen wiederum nur 1 Prozent bis zur Ernte heran reift. Ungefähr 2 Liter Öl ergibt die Ernte eines einzigen Ölbaums. Im alten Israel brauchte eine Familie deshalb etwa 20 Ölbäume für ihren Jahresbedarf.

Kein Wunder, dass Olivenhaine überall zu finden waren. Der Ölberg bei Jerusalem wird im Neuen Testament z. B. öfters erwähnt. Oder auch jener Ort, an dem der Jünger Judas Jesus verrät, dort wo Kreuzigung und österliche Auferstehung ihren Anfang nehmen. Der Namen dieses „Garten Gethsemane“, bedeutet auf Deutsch nichts anderes als „Ölpresse“.

Während einer Belagerung war es verboten Oliven- und Obstbäume zu roden, um daraus Belagerungsmaschinen zu bauen. So finden wir in der Bibel praktisch einen Vorläufer der Genfer Konventionen. Als Friedenssymbol ist diese Pflanze nicht nur auf die Bibel beschränkt – auch die Vereinten Nationen führen den Zweig des Ölbaums in ihrer Flagge.

Vielleicht haben Sie ja Lust bekommen selbst einmal in der Bibel nachzuschlagen. Ich empfehle Ihnen folgende Bibelstellen: 5. Mose 24, Vers 20; Psalm 128, Vers 3; Römer 11, Verse 17 bis 23.

Gartenpfarrer Johannes Schmidt

Autor:

Online-Redaktion

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