Zdenek Miler vor 100 Jahren geboren
Vater des Maulwurfs

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Tschechoslowakische Künstler hatten in der Zeit des Sozialismus eine gute Hand für Kinder. Zdenek Miler war einer von ihnen. Der Grafiker spezialisierte sich auf Animationsfilme. Für einen eher technischen Kinderfilm über die Herstellung von Flachs suchte er einen kleinen Helden – am besten ein Tier, das vor ihm noch niemand gewählt hatte. Er wählte gut und landete einen Welterfolg. Vor 100 Jahren, am 21. Februar 1921, wurde Zdenek Miler in Kladno, einer böhmischen Industriestadt nördlich von Prag, geboren.

Miler erzählte später, bei einem Spaziergang sei er über einen Maulwurfshügel gestolpert. Die Idee für "Krtek" war geboren. "Ahoj!", "Halla!" und "Ach jo …!" – der kleine Maulwurf spricht so wenig und sagt doch so viel: über Freundschaft, Lebensfreude, Sorgen, Irrungen und aktive Lösungen, etwa beim Umweltschutz. Generationen von Kindern hat "Krtek" (Maulwurf) oder "Krtecek" (kleiner Maulwurf) seit 1957 echte Gefühle ohne Worte vermittelt.

Der kleine Mann mit der Schaufel schlug auf Anhieb ein. Der Erstling "Wie der Maulwurf zu seinen Hosen kam" erhielt beim Filmfestival in Venedig 1957 einen Silbernen Löwen. Seit den 1960er-Jahren war der Maulwurf ein so regelmäßiger wie geliebter Gast im tschechoslowakischen Fernsehen. Länge und Themen der am Ende über 60 Kurzfilme waren sehr unterschiedlich: Rakete, rotes Auto, Fernseher, fliegender Teppich oder Weihnachten. Der Maulwurf selbst ist Maler, Gärtner, Chemiker, Uhrmacher. Eine Folge behandelte den Prager Frühling von 1968; sie landete jedoch im "Giftschrank". In mehr als 80 Ländern gewann der Kleine Maulwurf Fans.

Eine späte Ehre wurde Krtek und seinem Schöpfer im Juli 2011 zuteil. Der US-Astronaut Andrew Feustel schenkte Miler einen Stoffmaulwurf, den er kurz zuvor bei der letzten Mission der Raumfähre Endeavour mitgenommen hatte. Schon 1965, vier Jahre vor der Mondlandung, hatte der Zeichner seinen damals noch jungen Helden mit einer Rakete ins All geschickt. Im November 2011 starb Miler mit fast 91 Jahren in einem Pflegeheim südlich von Prag. Sein Geschöpf wird wohl immer jung bleiben.

(kna) 

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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