Soziales
Diakonie-Expertin fordert Kindergrundsicherung

«Die Einführung einer Kindergrundsicherung wäre sicher das wirksamste Gegenmittel gegen die zunehmende Kinderarmut», sagte Melanie Hartmann von der Diakonie Hessen.
  • «Die Einführung einer Kindergrundsicherung wäre sicher das wirksamste Gegenmittel gegen die zunehmende Kinderarmut», sagte Melanie Hartmann von der Diakonie Hessen.
  • Foto: Foto: epd-bild/Heike Lyding
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Frankfurt a.M. (epd) -  Die Folgen der Corona-Pandemie sind nach Ansicht der Diakonie für Kinder am Rande der Gesellschaft verheerend, weil sie dadurch weiter abgehängt werden. «Die Einführung einer Kindergrundsicherung wäre sicher das wirksamste Gegenmittel gegen die zunehmende Kinderarmut», sagte Melanie Hartmann von der Diakonie Hessen dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie forderte die nächste Bundesregierung zu grundlegenden Reformen auf. Das Aufholpaket für benachteiligte Kinder und Jugendliche der Bundesregierung sei eher ein symbolisches Programm und nicht geeignet, Kinderarmut an der Wurzel zu bekämpfen.

«Aus der Forschung wissen wir, dass Kinderarmut die Wahrscheinlichkeit von Entwicklungsdefiziten, Unterversorgung und sozialer Ausgrenzung signifikant erhöht», sagte die Referentin für Armut und Bahnhofsmission der Diakonie Hessen. Das hinterlasse Spuren bis ins Erwachsenenalter. Insofern sei es richtig, dass die Regierung ein spezielles, aber eben nur befristetes Programm zum Aufholen von Lernrückständen und der Förderung von sozialer Entwicklung aufgelegt habe.

Doch Hartmann zufolge ist dieses Programm nicht darauf ausgelegt, benachteiligte Familien nachhaltig zu unterstützen. «Immerhin ist der einmalige 'Freizeitbonus' von 100 Euro für bedürftige Kinder ein Bekenntnis dazu, dass sie überdurchschnittlich von den Folgen der Krise betroffen sind.»

Sie warb dafür, die Hilfen für benachteiligten Familien rechtlich abzusichern, «zum Beispiel durch die Erhöhung der Regelsätze in der Grundsicherung». Zudem müsse der Bereich der nichtformalen Bildung und Armutsprävention langfristig ausgeweitet werden: «Und zwar direkt in den Kommunen und Gemeinwesen, in denen die Kinder leben».

Sie hoffe auf ein langfristiges Engagement der neuen Bundesregierung zur Prävention von Kinderarmut, sagte Hartmann. Denn Hauptursache dafür sei der Mangel an Einkommen und Vermögen in den Familien. Dagegen würde die Kindergrundsicherung wirken.

Weil Armut auch mit anderen Lebenslagen wie Wohnen oder Bildung korrespondiere, müsse die nächste Regierung dafür sorgen, dass Wohnraum vor allem in Ballungszentren wieder bezahlbar werde. Zudem müssten die in der Grundsicherung vorgesehenen Leistungen für Wohnen so erhöht werden, dass sie auch die zu zahlenden Mieten abdecken. «Außerdem gibt es viel Nachholbedarf bei der Bildungsgerechtigkeit», so Hartmann.

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Katja Schmidtke

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