Krisengespräch für offene Werkstätten
Viele Regeln, noch mehr Herzenswärme

2000 Buga-Becher werden in der Töpferei in Altengesees produziert. Christopher Reising hat schon einen Probedruck gefertigt.
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  • Foto: -sandra Smailes
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Nicht den Stillstand verwalten, sondern Lösungen finden – mit Gottes Hilfe. Das war das Motto während der Werkstattschließung im Frühjahr 2020. So gehen Bettina Schmidt, Geschäftsbereichsleiterin Arbeit und Integrationsmanagement der Diakoniestiftung Weimar-Bad Lobenstein, und ihr Team auch die ersten Wochen im neuen Jahr an. Die Werkstätten Christopherushof bieten an vier Thüringer Standorten Arbeit für 585 Menschen mit Behinderung an. Für viele Beschäftigte war die Werkstattschließung eine Katastrophe. Die Tagesstruktur brach weg. Bettina Schmidt denkt nicht gern an diese Zeit zurück. „Das waren herausfordernde Tage. Doch wir haben schnell reagiert."
In Altengesees wurden mehr als 10 000 Masken genäht, in Saalfeld Gewichte für Beatmungsgeräte produziert, die Tischlerei hat Holzaufsteller zur Händedesinfektion entwickelt. Ein weiteres innovatives Werkstattprodukt, der Mini-Abendmahlskelch, ist ein für die Corona-Zeit typisches Produkt. Die Idee sei im Gespräch mit Superintendent Henrich Herbst aus Weimar entstanden, erinnert sich Schmidt. Die ersten Kelche für den ganz persönlichen Abendmahlsschluck gingen nach Weimar; auch die Kirchengemeinden in Schleiz, Bad Berka und Kerspleben hätten sehr bald bestellt. Insgesamt wurden mehr als 1100 Stück verkauft. "Und nun können weitere produziert werden – die Werkstätten bleiben offen", erklärt Schmidt.
Man habe erkannt, dass es ein Fehler war, das Betretungsverbot für Werkstätten im letzten Frühjahr so hart auszusprechen. Es konnte zwar Notbetreuung beantragt werden, aber im Sinne einer tatsächlichen Inklusion sei diese Maßnahme nicht nachvollziehbar und vor allem für die Klienten ein herber Einschnitt in ihren Alltag gewesen, so Schmidt. Viele Beschäftigte hätten mit Unverständnis reagiert. "Die Werkstätten haben einen Rehabilitationsauftrag und bereiten ihre Klienten auf den ersten Arbeitsmarkt vor. Teilhabe an Arbeit ist da ein wesentlicher Beitrag zur Inklusion und kann nicht abrupt gestoppt werden. Zumal die Werkstätten zur Auftragserfüllung gegenüber ihren Kunden verpflichtet sind." Die Betreuung zuhause sei schwer zu leisten, weiß die Geschäftsbereichsleiterin. Auch das Personal in den Wohnstätten sei an seine Grenzen gekommen. Um Beschäftigten, Eltern, Angehörigen und Betreuern Halt zu geben und um den neuen Alltag zu strukturieren, wurde enger Kontakt gehalten.
Dass die Werkstätten nun im zweiten Lockdown offen bleiben, begrüßt Bettina Schmidt. „Wir sind besser vorbereitet als im letzten Jahr. Wir testen zweimal pro Woche, tragen FFP2-Masken, arbeiten mit Abstand, haben getrennte Ein- und Ausgänge – nur der Fahrdienst ist auf dem Land eine Herausforderung", gibt sie zu bedenken.
Derzeit kommen nicht alle Beschäftigten in die Werkstatt, es gibt Risikogruppen, ängstliche Klienten und Angehörige. Die Beschäftigten, die in den Werkstätten tätig sind, arbeiten unter strengem Hygienekonzept und mit viel Wärme. „Wir hören unsere Wochenandacht montags und freitags nun über Lautsprecher, an den anderen Tagen werden Andachten im kleinen Kreis in der Kerngruppe gehalten", berichtet Schmidt. Und sie nennt ein gemeinsames Ziel: die Bundesgartenschau 2021.
Die passenden Becher für diesen Anlass werden zurzeit in der Töpferei in den Werkstätten Christopherushof in Altengesees gedreht. Das Landgut Holzdorf, Tochtergesellschaft der Diakoniestiftung, ist mit historischer Park-anlage, imposantem Herrenhaus und Alpinum Buga-Außenstandort. „Wir gehen gestärkt aus der Krise hervor. Wir passen uns den Gegebenheiten an und sind flexibler im Umgang mit Veränderung“, zeigt sich Bettina Schmidt zuversichtlich.Sandra Smailes Die gute Nachricht

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