Fachwerkkirche in Fermersleben grundlegend saniert
Die verschwundene Kirche

Das Kirchenschiff der Martin-Gallus-Kirche wurde teilweise mit alten Materialien neu aufgebaut.
  • Das Kirchenschiff der Martin-Gallus-Kirche wurde teilweise mit alten Materialien neu aufgebaut.
  • Foto: Gemeinde
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Auf einmal war sie weg – im Frühjahr 2018 staunten die Einwohner im Magdeburger Stadtteil Fermersleben nicht schlecht, als von ihrer Kirche plötzlich nur noch der Turm stand. Vom Kirchenschiff blieb nur ein leerer Fleck. Magdeburgs einzige Fachwerkkirche, benannt nach ihrem ersten evangelischen Prediger nach der Reformation Martin Gallus, war verschwunden.
Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Hanns-Martin Irmscher, berichtete: »Die Martin-Gallus-Kirche von 1657 ist ein Kleinod unter den Sakralbauten der Stadt, hat uns aber seit langer Zeit viel Sorgen bereitet. Seit Jahren galt sie auf Grund ihres maroden Bauzustands als der am stärksten gefährdete Kirchenbau Magdeburgs.« In einem ersten Bauabschnitt wurden 2014 und 2015 zunächst der mittelalterliche Turm und das Glockengeläut saniert. 2018 begann der zweite Bauabschnitt. Zunächst wurde dafür im Frühjahr das Kirchenschiff vollständig abgetragen. Das Fachwerk und alle noch zu rettenden Bauteile wurden in Quedlinburg restauriert und zur Wiedererrichtung der Kirche am alten Fleck verwendet. Jetzt steht die Außenhülle der Kirche wieder. Zu Weihnachten konnte die Gemeinde ihre Kirche zunächst provisorisch nutzen, bevor in diesem Jahr der dritte Bauabschnitt beginnt.
Eine große Hoffnung hat sich für die Gemeinde erfüllt: Die Kirche hat einen neuen Fußboden, die Bänke sind aufgestellt, der Altar aus dem Gemeinderaum ersetzt vorläufig den nicht wiederverwendeten aus den 1950er Jahren. Akkordeon, Trompete und eine elektrische Orgel haben die Weihnachtslieder begleitet.
Die Spendenkampagne »Ein Puzzleteil für die Martin-Gallus-Kirche«, die am 30. Dezember zur Finanzierung des Innenausbaus gestartet wurde, erbrachte allein an diesem Tag mehr als 2 800 Euro, und in den ersten zehn Tagen des neuen Jahres wurde die 5 000-Euro-Marke geknackt.
Durch den Ausbau der Emporen und der Inneneinrichtung aus den 1950er Jahren ist der kleine Kirchenraum heller und weiter geworden. Im Innenraum sind noch eine Wärmeschutzverglasung sowie die Verkleidung der Deckenkonstruktion notwendig. Auch Elektroinstallation und Gasheizung fehlen. Im Untergeschoss des Turms werden eine Teeküche und Sanitäranlagen eingerichtet. Die Orgel von Orgelbaumeister Lothar Heinze aus dem Jahr 1965 wird umgebaut und am Westteil des Kirchenschiffs neu errichtet. Für Altar, Kanzel und Pult werden neue Lösungen geschaffen. Die Gemeinde hofft, dass sie die Kirche in diesem Jahr einweihen kann.
Giselher Quast

Der Autor ist Domprediger i. R. und Vakanzvertreter im Magdeburger Kirchspiel Südost

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Online-Redaktion

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