Der Geist von Mansfeld

Frühsommer auf Schloss Mansfeld: Weiße Rosen blühen auf dem Hof vor dem charakteristischen Turm.
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  • Foto: Steffen Schellhorn
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»Ein feste Burg ist unser Gott«: Hinter den dicken Mauern von Schloss Mansfeld steckt viel Lebendigkeit. Seit Generationen erleben junge Menschen hier Gemeinschaft und stärken ihren Glauben.

Von Katja Schmidtke

Das Schloss thront hoch über der Stadt. Präsent und selbstbewusst. Doch zu DDR-Zeiten war Schloss Mansfeld eher eine Insel als ein Machtsymbol. Ein Ort des Rückzugs, der Besinnung, aber auch der Bestärkung und der Gemeinschaft. »Das ist der Geist von Mansfeld«, sagt Martin Bertling, der seit 1958 regelmäßig kommt. Zuerst als Teilnehmer von Jugendfreizeiten, heute als Mitglied des Fördervereins, dem das Schloss gehört und der den Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) als Betreiber unterstützt. Zuletzt aber hat sich Martin Bertling gefragt, ob das Schloss noch ausstrahlt und weithin im Land sichtbar ist.
Rund 11 000 Übernachtungen jährlich zählte die Jugendbildungs- und Begegnungsstätte zuletzt. 15 000 wären nötig, damit das Schloss wirtschaftlich arbeitet. Das Haus finanziert seine Einnahmen aus dem laufenden Betrieb. Es gibt keine institutionelle Förderung, denn die verlange Neutralität der Botschaft, so Axel Bode, Geschäftsführer des CVJM in Sachsen-Anhalt. Darauf aber will und kann das Schloss nicht verzichten: Der Glaube ist – wenn man so marktwirtschaftlich sprechen will – der Markenkern. Stattdessen fragt Axel Bode: »Schaffen wir es als christliche Gemeinschaft, das Haus auf wirtschaftlich feste Füße zu stellen?« Bode erinnert an die Micha-Initiative der Deutschen Evangelischen Allianz, die bewusst machen möchte, welchen Einfluss Konsumentscheidungen haben können.
Volker Schmidt, seit 18 Jahren Hausvater auf Schloss Mansfeld, berichtet, dass hauptsächlich Jugendgruppen aus Sachsen-Anhalt das Schloss besuchen. Aber auch aus Niedersachsen und Nordbayern kommen die jungen Gäste. Beim jährlichen Konfi-Castle gibt es sieben Durchgänge mit insgesamt mehr als 600 Teilnehmern – die Konfi-
freizeit ist seit 15 Jahren eine Institution bei jenen Gemeinden, denen das persönliche Bekenntnis besonders wichtig ist.
»Wir wollen den Bekanntheitsgrad des Hauses erhöhen«, haben sich Volker Schmidt, die Mitarbeiter, der CVJM Sachsen-Anhalt und der Förderverein vorgenommen. Das Haus wolle mehr werben, besonders in Thüringen, wo das Schloss und das Gebiet der ehemaligen Kirchenprovinz weniger bekannt sei, und ebenso in den Randgebieten der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Zudem wolle man in den Gemeinden die Bereitschaft dafür vergrößern, »Geld in der eigenen Community« auszugeben. Der Schwerpunkt der kommenden Jahre liege im Ausbau des Gästebetriebs, so CVJM-Geschäftsführer Bode. »Wir haben auf Schloss Mansfeld mehrere Wunder erlebt«, blickt er zurück. Zum Beispiel, dass der Landtag das Schloss 1948 der Kirche übergab, dass man während der DDR christliche Bildungsarbeit betreiben konnte, dass das Schloss nach der Wende in Besitz des Fördervereins überging und rund 12,5 Millionen Euro verbaut worden sind. All dies sieht Bode als Ermutigung. Eine Vergangenheit, die Zukunft hat.

Die nächsten Termine im Schloss
Am 18. und 19. Mai wird der Schlossfrühling mit Musik und traditionellem Handwerk auf dem Hof gefeiert. Beginn ist am Sonnabend 11 Uhr und am Sonntag 10 Uhr zum Gottesdienst auf der Bühne.
Am 23. Juni gibt es eine Veranstaltung, die besonders für Ältere interessant sein wird. Zum Glaubensermutigungstag spricht Johannes Reimer, Professor für Missionswissenschaft an der freikirchlichen Hochschule Ewersbach. Reimer wuchs in der ehemaligen Sowjetunion auf, als Christ verweigerte er den Dienst an der Waffe, er wurde gefoltert und misshandelt. Beginn 10 Uhr, Eintritt frei.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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