Kirchenkreis Halle-Saalkreis
Barockorgel mit Zimbelstern
- Ralf Mielke (l.) und Hans Jürgen Kaftan gehören dem Vorstand des Fördervereins der Barockorgel an.
- Foto: Claudia Crodel
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Hoch oben an der historischen Orgel von 1735 in der St.-Magdalenen-Kirche von Langenbogen prangt ein Zimbelstern. Er erklingt beispielsweise, wenn zu Weihnachten "O du fröhliche" angestimmt wird. "Den haben wir seit fünf Jahren", sagt Ralf Mielke, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Barockorgel Langenbogen und selbst Musiker.
Von Claudia Crodel
„Wenn ein Organist ihn in Bewegung setzt, werden kleine Messingglöckchen angeschlagen“, erklärt Mielke und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Jeder Organist, der bei uns ein Konzert spielt, kriegt vorher gesagt, dass er in seinem Programm mindestens einmal den Stern einsetzen soll." Diesen Zimbelstern, der für Barockorgeln durchaus üblich war, habe sich der Förderverein in Absprache mit dem Denkmalschutz zu seinem 20. Gründungsjubiläum geleistet.
In diesem Frühjahr kann der Förderverein der Barockorgel Langenbogen bereits auf sein 25-jähriges Bestehen schauen. Zudem jährt sich 2026 der Bau der Kirche zum 200. Mal. Der Vorgängerbau von 1481 war Anfang des 19. Jahrhunderts eingestürzt.
Als sich der Förderverein 2001 gründete, habe sich die Orgel in einem jämmerlichen Zustand befunden: Es regnete durchs Dach. Zu den Wasserschäden kamen Verschmutzungen durch vernachlässigte Pflege, Wurmfraß und fehlende Pfeifen. Eine Begutachtung des Landesamts für Denkmalpflege kam zu dem Ergebnis, dass in Langenbogen eine der wertvollsten Orgeln der Region stehe.
Das über 529 klingende Pfeifen verfügende Instrument wurde vom Weißenfelser Hoforgelbaumeister Georg Theodor Kloß gebaut, einem Orgelbaumeister, von dem nur wenig überliefert ist. In welcher Kirche die kleine Königin der Instrumente ursprünglich gestanden hat, war trotz eingehender Recherchen des Fördervereins bislang nicht herauszubekommen. 1826, also 91 Jahre nach ihrem Bau, kam sie in die neu erbaute Langenbogener Kirche.
Die Restaurierung der Barockorgel wurde von Beginn an von der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle unterstützt, vor allem durch deren damaligen Rektor Wolfgang Kupke. Für die Finanzierung der Restaurierung und die Sanierungsarbeiten am Kirchengebäude veranstaltete der Förderverein etliche Benefizkonzerte, allein in den ersten drei Jahren 18 an der Zahl. Bevor das kleine Instrument im November 2003 von Orgelbaumeister Ekkehart Groß demontiert und in seine Werkstatt bei Bautzen verbracht wurde, war es notdürftig spielbar gemacht worden. Unter anderem gab der damalige Gewandhaus-Organist Matthias Eisenberg ein Konzert zugunsten der Orgel. 2004 konnte das reparierte Instrument in die Dorfkirche zurückkehren und eine feierliche Einweihung stattfinden. Die Konzerttätigkeit ist bis heute nicht abgebrochen. Noch immer wird zu abwechslungsreichen musikalischen Klängen geladen. Unter anderem wird jedes Jahr Anfang September das Langenbogener Weinfest gefeiert, das unter dem Motto „Orgel und Wein“ steht und zu Musik und dem Genuss edler Tropfen einlädt.
Welche und in welcher Vielfalt Konzerte in den zurückliegenden 25 Jahren stattfanden, davon kann sich jeder, der die Kirche betritt, überzeugen. Im Eingangsbereich ist eine Wand mit den Flyern aller bisherigen Konzerte dekoriert. Mittlerweile sind es so viele, dass sich die Konzertankündigungszettel überlappen.
Autor:Online-Redaktion |
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