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Gekommen, um zu bleiben?
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"Wir sind da, wir bleiben da, wir sind in jedem Dorf, die Kirche bleibt im Dorf“, sagte Landesbischof Friedrich Kramer am Wahlabend in Sachsen-Anhalt. Wow, echt starke Worte. Doch die Realität bilden sie kaum ab.
Von Beatrix Heinrichs
Es gibt Dörfer, da ist Kirche nahezu verschwunden. So in der Gemeinde im Pfarrbereich Allstedt-Wolferstedt, in der ich aufgewachsen bin. Die Kirchenmitglieder im Ort lassen sich an zwei Händen abzählen. Seit einigen Jahren wird hier meist nur einmal im Jahr Gottesdienst gefeiert: zu Heiligabend. Da aber kommen so viele, dass auch die Empore belegt ist. Vor zwei Jahren entfiel sogar dieser Gottesdienst.
Es gibt im Dorf selbst weder einen kirchlich organisierten Seniorennachmittag noch ein Jugendangebot, geschweige denn einen Kirchbauverein. Was es kürzlich gab, war ein Sommergottesdienst, ein echtes Highlight – sicher auch für den Prädikanten, der aus dem 60 Kilometer entfernten Halle kam.
Gut, Gemeinden schrumpfen, da muss man umdenken. Und doch hat sich etwas verändert: Knapp 300 Menschen leben in dem Ort. Über 70 Prozent von ihnen haben am 6. September ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Da, wo sich Kirche zurückzieht, die Aufgaben für das Gemeinwohl anderen überlässt, droht auch ihre Botschaft an Widerhall zu verlieren.
„Die Kirche bleibt im Dorf“ mag keine Zustandsbeschreibung sein. Sie sollte aber als ernstgemeintes Vorhaben auf die Agenda.
Autor:Beatrix Heinrichs |
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