Erfurt: Jochen-Bock-Preis für Zivilcourage verliehen
Aus Hassräumen Mutorte machen

Erinnerungsort: Das ehemalige Verwaltungs-gebäude der Firma "J. A. Topf & Söhne" in Erfurt
  • Erinnerungsort: Das ehemalige Verwaltungs-gebäude der Firma "J. A. Topf & Söhne" in Erfurt
  • Foto: epd-bild/Konstantin Pichler
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Die gute Nachricht Die Menschenrechtsaktivistin Irmela Mensah-Schramm, der evangelische Theologe Heino Falcke und der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, sind mit dem Jochen-Bock-Preis für Zivilcourage geehrt worden.

Die undotierte Auszeichnung wurde im Erfurter Erinnerungsort "Topf & Söhne" verliehen. Der 1878 gegründete Betrieb war von 1942 bis Kriegsende maßgeblich am Aufbau des Großkrematoriums im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau beteiligt.
Der Jochen-Bock-Preis erinnert an den Widerstand von fünf Erfurter Berufsschülern gegen das NS-Regime und wird von dem Erinnerungsort gemeinsam mit der Martin-Niemöller-Stiftung vergeben. Mit der Auszeichnung, die zum dritten Mal verliehen wurde, sollen Menschen geehrt werden, die sich "in ermutigender Weise gegen Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" eingesetzt haben.
Der inzwischen 90-jährige frühere evangelische Propst Heino Falcke habe mit seinem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung die Kirche als "Kirche für Andere" erfahrbar werden lassen und dabei zur eigenen Mündigkeit ermutigt, hieß es in der Begründung für die Auszeichnung. Irmela Mensah-Schramm entferne seit Jahrzehnten rechtsextreme Graffiti und Schmierereien als Zeichen und Bilder der Menschenfeindlichkeit oder verwandele sie in positive Botschaften. Die Berlinerin mache damit "aus Hassräumen Mutorte für Mitmenschlichkeit".
Reinhard Schramm, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, überlebte mit seiner Mutter den Holocaust als Kind in einem Versteck. Nicht zuletzt deshalb setze er sich kraftvoll und streitbar gegen jede Form der Menschenverachtung ein, hieß es. Besonders würdigten Erinnerungsort und Niemöller-Stiftung, dass er dabei auch die direkte Auseinandersetzung mit jungen rechtsextremen Gewalttätern nicht scheue, die er seit Jahren im Gefängnis zu Gesprächskreisen treffe.
Der Jochen-Bock-Preis wurde 2014 an Eva Fahidi-Pusztai, Karl Metzner und Wolfgang Nossen sowie 2015 an Ludwig Baumann, Esther Bejarano und Romani Rose vergeben.
(epd)

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Online-Redaktion aus Weimar

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