Wort zur Woche
Wozu wir Gotteskinder fähig sind

Foto: epd-bild/Heike Lyding
2Bilder

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. Johannes 10, Verse 11a.27-28a

Der gute Hirte. Eines dieser Bibelworte, bei denen sofort das Kopfkino angeht. Psalm 23: „Er führet mich zum frischen Wasser …“, ich sehe meinen Pfarrer aus dem Konfirmandenunterricht, das Altarbild mit dem starken jungen Mann, der ein Schaf auf den Schultern trägt.

Von Christoph Maier

Wie war es wohl damals, als Jesus das Gleichnis erzählte? Auch damals öffneten sich Bildwelten: Erfahrungen aus dem Alltag von Hirten, aber auch starke Bilder aus den Propheten – von guten und schlechten Hirten.

Doch die Jünger verstanden ihn nicht. Vielleicht waren es zu viele Bilder, zu viel Tradition. Jesus erklärt: „Ich bin der gute Hirte. Ich gebe euch das ewige Leben.“ Der Wochenspruch ist ein Osterwort. Es zeugt von der Barmherzigkeit Gottes, die aus Scheitern und schiefgelaufenem Leben ewiges Leben macht.

Und heute? Welche Bildwelten sprechen in unsere Zeit? Es geht um Hören und Kennen, um Führen und Folgen, um Gemeinschaft und Individuum, um Identität und Zusammenhalt.

Ich sehe die schlechten Hirten unserer Zeit: die, die Kriege führen, Angst schüren und Menschen gegeneinander treiben. Stimmen, die ein „Wir“ erzeugen – aber eines, das auf Abgrenzung statt auf Gemeinschaft beruht. Ich sehe eine Herde, die nur aus Individuen besteht, die ihre Identität ganz aus sich selbst heraus finden müssen, die gelernt haben, dass alle Führer böse Hirten sind, und deshalb lieber gar niemandem mehr folgen als nur der eigenen inneren Stimme.

Dabei schreit unsere Zeit nach Gemeinschafts- und Solidaritätserfahrungen. Die Welt schreit nach Wärme und Geborgenheit, nach Sicherheit und Orientierung, nach einer gemeinsamen Identität, die uns als Gotteskinder zusammenhält. Der Mensch ist nicht nur des Menschen Wolf, sondern auch ein Herdentier, das fähig ist zu Empathie und Barmherzigkeit. 

Der Autor ist Direktor der Ev. Akademie Sachsen-Anhalt.

Foto: epd-bild/Heike Lyding
Christoph Maier | Foto: Ev. Akademie Sachs.-Anh./Christian Melms
Autor:

Online-Redaktion

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

51 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.