Wo der Mensch denkt – und Gott lenkt

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Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. Epheser 2, Vers 8

„Wer weiß, für was es gut ist?“ Diesen Ausspruch hörte ich vor Kurzem mit dem Hinweis, dass diese Person den Satz in jeder möglichen und vielmehr noch unmöglichen Situation sagt.

Von Christoph Backhaus

„Wer weiß, für was es gut ist?“ Das frage ich mich gerade in Momenten, die das absolute Gegenteil nahelegen: die Autopanne auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Die nicht bestandene mündliche Prüfung. Die plötzlich schwere Erkältung vor einem langersehnten Urlaub. Der Regen an dem Tag, als die große Geburtstagsfeier im Garten geplant war. Das Nein auf die Frage, ob sie mit mir einen Kaffee trinken möchte.

„Wer weiß, für was es gut ist?“ Es ist ein Ausspruch, der mich gerade in den beschriebenen Situationen verrückt machen kann. Wofür soll es gut sein, wenn etwas nicht klappt wie geplant? Nun, es gibt Momente, in denen es schwer ist, der Situation etwas Positives abzugewinnen. Doch es gibt auch Momente, da kann ich dann mit etwas Abstand sagen: Es war gut so, wie es gekommen ist. Und das, was war, hatte seinen Sinn.

Es macht mir deutlich, wie wenig ich selbst wirklich in der Hand habe. Das anzuerkennen, fällt mir nicht immer leicht. Nicht von ungefähr schreibt Paulus, dass sich niemand zu rühmen braucht, aufgrund seiner eigenen Werke selig geworden zu sein oder zu werden. Nein, es ist allein Gottes Gnade, also ein Geschenk Gottes. Ich glaube, dass Gott mich durch das Leben führt. Und er führt mich besonders auch durch Situationen, die mich überlegen ließen: Was soll das jetzt? Warum ist es so anders gekommen, als ich gedacht und geplant habe?

In der Situation selbst konnte ich mir auf diese Fragen oft keine Antwort geben. Doch zurückschauend hat vieles doch einen Sinn ergeben, und ich durfte Gottes Gnade erkennen. Sie wurde mir zuteil – ohne mein Zutun. In Situationen, die sich anders entwickeln als gedacht, denke ich so heute oft genau an diesen Satz: „Wer weiß, für was es gut ist?“  Wer weiß, was Gott da mit mir vorhat!

Der Autor ist Pfarrer in Knau.

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Christoph Backhaus | Foto: C. Backhaus
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