Wort zur Woche
Wie man Hoffnung multipliziert

Foto: epd-bild/Heike Lyding
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Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Johannes 12, Vers 24

Ein einzelnes kleines Weizenkorn, das man in die Erde sät, bringt unter guten Bedingungen mehrere Halme mit Ähren hervor. In diesen Ähren können sich insgesamt zwischen 100 und 150 neue Körner befinden.

Von Katrin Mang

Multiplizieren Sie das einmal weiter, wenn diese Körner wiederum eingesät werden und aus ihnen neue Ähren wachsen! Erstaunlich – immer wieder!

Das Bild vom winzigen Samen, aus dem eine stattliche Pflanze wächst, das Gleichnis vom vermeintlich toten Korn, das in der Erde zum Leben erwacht, ist bekannt und viel bemüht. Doch: Wer denkt schon, dass aus einer winzigen Sache etwas ganz Großes wird? Wer glaubt, dass das schlimmste Leid zur wunderbarsten Herrlichkeit führt? Und wer erwartet schon, dass ein Einzelner, der stirbt, so unzählig viele neue Leben hervorbringt?

Die Realität unserer Welt sieht nämlich anders aus: Friedliche Proteste von Freiheitsbewegungen werden immer wieder durch Sicherheitskräfte oder Militär brutal unterdrückt. Eltern, die ihr Kind an den Hunger verlieren, singen keine erhebenden Loblieder. Und kaum ein Mensch gibt sein eigenes Leben hin, um viele andere, fremde Menschenleben zu retten.

Neben dieser ganz weltlichen Realität aber ist da eben auch die Realität, die Jesus geschaffen hat. Das einzelne Weizenkorn, das tatsächlich so viel Frucht hervorbringt, macht sie uns deutlich: Aus etwas Winzigem kann etwas ganz Großes werden. Aus Tod wird Leben.

Das ist keine Utopie, das ist Glaubensrealität. Dafür hat Jesus sich selbst gegeben. Diesen Glauben haben wir geschenkt bekommen, und dieser Glaube lässt uns hoffen: dass Menschen nicht mehr unterdrückt, sondern in Freiheit leben werden; dass kein Kind mehr an Hunger sterben wird; dass jeder auf jeden Acht geben wird.
Dieser Glaube, dass das alles und noch viel mehr möglich ist, ist in uns gesät und er wird Frucht bringen.

Die Autorin ist Pfarrerin in Kaltenwestheim.

Foto: epd-bild/Heike Lyding
Katrin Mang | Foto: Julia Otto
Autor:

Online-Redaktion

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