Predigttext zum Sonntag
Vertrauen lernen

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Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des Herrn, das er geredet hatte durch Elia.
1. Könige 17, Vers 16

Die Geschichte des Propheten Elia ist eine besondere Geschichte: Er ist der Wissende, dem Gott offenbart, was die Zeit bringt, und so kündigt er König Ahab eine lange Dürre an. Er ist der Flüchtende, der es mit der Angst zu tun bekommt, zu verhungern und zu verdursten. Er geht zunächst an den Bach Krit, Raben versorgen ihn. Was er zum Leben braucht, kommt also vom Himmel. Aber er bleibt den Wirren seiner Zeit unterworfen. In der Geschichte wird er an eine Witwe in Sarepta verwiesen, die aber auch nicht mehr hat als Überlebensangst für sich und ihren Sohn und einen Topf Mehl und etwas Öl.

Eine Geschichte, in der ich die Nöte unserer Welt wiederentdecke. Während wir Nahrung im Überfluss haben, wären Menschen an vielen Orten der Welt froh über einen Topf Mehl und einen Krug mit Öl, um daraus Brot zu backen. Die von Elia vor langer Zeit angekündigte Dürrezeit ist für viele Menschen lebensbedrohende Realität.

Es ist also zu einfach zu sagen: Gott wird es schon richten und euch versorgen. Das wäre Hohn über unendlich viele Schicksale dieser Welt.

Und dennoch kann ich von Elia eine Menge lernen, denn seine Geschichte ist immer wieder auch eine Vertrauensgeschichte. Wenn er Vertrauen zu Gott gewinnt, gewinnt er auch Leben. Immer wieder ist Gott der Sendende, der ihn auf einen Weg bringt. Und Elia wird der Hörende und Vertrauende, der zuerst an den Bach geht und schließlich nach Sarepta. Er ist der, der gegen den Augenschein und gegen die Lebensrealität glaubt und vertraut. Er ist der, der sich senden lässt und sein Tun am Willen Gottes ausrichtet. Das macht ihn stark, das lässt ihn letztlich leben. Das bringt ihn auf Lebenswege. Das rettet ihn auch vor der Dürre.

Über dem 7. Sonntag nach Trinitatis steht das Evangelium von Jesus Christus, der mit wenigen Lebensmitteln und gewaltiger Vollmacht Tausende satt macht und den Hunger nach Leben stillt. Menschen sind zu Jesus gekommen aus der Dürre und der Angst vor dem Leben. Und sie erleben Fülle: einen Topf, der niemals leer wird und eine Quelle, die niemals versiegt. Dazu möchte ich mit der alttestamentlichen Verheißung neu einladen, bis es der Herr regnen lassen wird auf Erden.

Pfarrer Alfred Spekker, Frankenheim
Autor:

Online-Redaktion

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