Spielerische Freude

Mechthild Hinz, Pfarrerin in Königstein-Papstdorf
  • Mechthild Hinz, Pfarrerin in Königstein-Papstdorf
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Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom Herrn.
Sprüche 8, Vers 35 Predigttext

Wen sollen wir finden um des Lebens willen? Es ist die Weisheit gemeint, mit ihrer spielerischen Freude. Sie ist dem Herrn untergeordnet und von ihm hervorgebracht. In der Kunst wird sie als Frauengestalt dargestellt und der göttlichen Sphäre zugerechnet. Denn wir haben es hier mit der Dichtung Israels zu tun, der sogenannten Weisheitsliteratur. Sie ist der hebräischen Poesie zugeordnet und vorjesuanisch.
Ein Loblied stimmt die Weisheit auf sich selbst an. Es ist eines von drei Lobliedern, welches im Buch der Sprüche zu finden ist. Bevor die Schöpfung dieser Welt sich zu entwickeln begann, war die Weisheit schon da. Und alle, die die Weisheit auf dem Weg von Recht und Gerechtigkeit wandeln sehen, sollen ihr nacheifern.
Uns sind solche Vorstellungen fremd. Wir wollen die Welt lieber logisch erklären und stützen uns am liebsten auf Beweise. Allerdings stoßen wir dabei an Grenzen, weil wir keineswegs alles beweiskräftig erklären können.
Wir wissen: Weder Pflichterfüllung noch hinreichende Belohnung sind uns Ansporn genug, etwas mit Lust und Freude oder gar mit Hingabe zu tun. Was es ist, ist nicht definierbar, lässt sich aber aus der Erfahrung heraus beschreiben: Da macht etwas Spaß, gelingt etwas, fast spielerisch, spornt etwas an mit Lust, ausprobiert und entdeckt zu werden, ähnlich der Neugier eines Kindes: es ist die pure Freude am Leben! Warum diese Lebensfreude so viel gewichtiger ist gegenüber dem Erfolg des Schülers, Mitarbeiters oder Unternehmers, ist wissenschaftlich nur unzureichend zu erklären. Ebenso, weshalb Menschen sich in der Nähe des einen entfalten können, in der des anderen aber nicht …
Freude, Lust, ja innerer Ansporn oder das „Prickeln“ im Bauch sind möglich, aber nicht zu erzwingen. Als Gnade bezeichnet die Bibel, wo dies geschenkt ist. Und der Spruch verweist uns an Gott, seine Nähe zu suchen. Denn bei ihm finden wir eine solch bejahende Atmosphäre, dass die in uns angelegten Möglichkeiten zur Entfaltung kommen können. Und erstaunlich ist: All dies geschieht in seiner Gegenwart spielerisch, mit Leichtigkeit und Lust und hat sogar Zukunft ohne Ende. Jubilate, jubelt darüber, gemäß dem Namen des Sonntags, Gott zur Ehre!
Mechthild Hinz 

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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