Wort zur Woche
Nichts ist selbstverständlich
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Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103,2
Wie oft – oder eher – wie selten mache ich mir bewusst, dass nichts von dem, was ich bin und habe, selbstverständlich ist?
Von Judith Kölling
Am Morgen aufstehen zu dürfen, nach einer hoffentlich erholsamen Nacht, die Feststellung: „Ich war schon ziemlich lange nicht mehr krank“, der reich gedeckte Tisch, das wohltuende Gespräch mit jemandem, der mir lieb und wichtig ist, Mittel und Möglichkeiten zum Gestalten meiner Situation, Frieden in unserem Land und so vieles mehr – alles Gnade.
Manchmal brauche ich die bewusste Erinnerung, wie gut ich es habe. Ansonsten wandert mein Fokus auf die Dinge, die mich ärgern, ängstigen und unzufrieden werden lassen. So, wie der Blick in die täglichen Nachrichten es zeigt: Da wird von Gewalt und Fehlverhalten berichtet, von Krisen, Katastrophen, Skandalen und Unrecht. Kann denn nicht auch Positives berichtet werden?
Ja, liebe Seele, das Leben auf dieser Erde ist nicht immer leicht. Manchmal scheint mir meine Situation so schwer, dass mir die Tränen übers Gesicht laufen. Die Krankheit, der Streit, die finanziellen Sorgen … Doch auch in diesen Momenten kann ich nicht tiefer fallen als in Gottes liebevolle Hand, die mich auffängt und trägt. Ich durfte erleben, dass ich wunderbar beschenkt und versorgt wurde – gerade in den schweren Zeiten. Manches, was mir so groß und bedrückend erschien, hat Gott von mir genommen und mich frei gemacht! Darum: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Denk darüber nach, wofür du dankbar sein kannst. Schreibe auf, wo sich auf wunderbare Weise Situationen zum Guten verändert haben. Führ dir vor Augen, wo Gott dich durch schwere Zeiten getragen und dir Trost und täglich neue Kraft geschenkt hat. Vergiss nicht, wie sehr Gott dich liebt! Denn er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde. Er bleibt der ewige, heilige Gott, der auch heute lebt und regiert. Er ist bei uns – an jedem Tag – aus lauter Gnade.
Die Autorin ist Pfarrerin in Zahna und Elster.
Autor:Online-Redaktion |
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