Worte zum Tag aus Meran
Mittwoch, 1. April

Ich will mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.
Jesaja 65,19 

Jesus sprach zu den Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Johannes 16, 22

„…und eure Freude soll niemand von euch nehmen…“ „Freude schöner Götterfunken…“, so erklang Beethovens „Ode an die Freude“ von den Balkons und aus den Fenstern Italiens. Freude wird ganz unterschiedlich wahrgenommen, in Zeiten wie diesen können wir uns schon an ganz kleinen Dingen wieder erfreuen. Der Anruf einer alten Freundin, ein lustiges Bild über das Handy, das Zwitschern der Vögel, die Blumen im Vorgarten…! Bestimmt sind es auch alte Erinnerungen die uns noch Freude machen - an einem 1. April wie heute schwingt da vielleicht auch ein wenig Schadenfreude mit:

Die Kinder lagen noch im Bett, jeden Moment musste der Wecker klingeln, da rief der Vater ins Kinderzimmer: „Schnell, schnell, die Häschen sind ausgerissen, wir müssen sie einfangen solange wie wir sie noch finden können!“ Im Schlafanzug liefen die drei Mädchen aufgeregt hinunter in den Garten und suchten, aber sie konnten keinen der Hasen im Gras entdecken. Ein Blick in den Stall verwunderte sie, denn dort saßen die vermeintlichen Ausreißer und kauten genüsslich an ihren Möhren. Am Stall hing ein handgeschriebener Zettel: „April, April!“ „Mensch Papa!“ erklang es im dreistimmigen Chor.

Haben Sie heute schon jemanden in den April geschickt? Ich weiß, diese Schadenfreude kommt ganz unterschiedlich an und hält sich auch in Grenzen. Anders hingegen ist die Freude über Glückwünsche zum Geburtstag, Weihnachtsüberraschungen oder das Wiedersehen von alten Freunden.

Um Vorfreude über das Wiedersehen ging es auch Jesus im heutigen Lehrtext. Er verabschiedet sich von seinen Freunden kurz vor Verrat, Verleugnung, Gewalt und dem Tod am Kreuz. Er verabschiedet sich aber mit der Aussicht auf ein Wiedersehen. Ja, selbst Tod wird uns nach Jesu Zusage nicht ewig von unseren Lieben trennen, wir werden wieder einander begegnen und diese Freude soll und kann niemand von uns nehmen. Freude an alten Erinnerungen, Freude an Gottes Zusage, Vorfreude auf ein Wiedersehen, diese Freude soll unser Leben in diesen Tagen bestimmen und Mut machen.

Pfarrer Martin Krautwurst
Täglich versorgt der Autor seine Gemeinde in Meran (Südtirol) mit einem Wort zum Tag, oft mit einer konkreten Handlungsaufforderung. Zu lesen sind seine Andachten auch auf
meine-kirchenzeitung.de

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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