Wort zur Woche
Israelsonntag: Juden und Christen sind Geschwister

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Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.
Psalm 33, Vers 12

Am Israelsonntag wird traditionell des Verhältnisses von Christen und Juden gedacht. Nicht zufällig erinnern wir uns elf Wochen nach dem Pfingstfest daran, dass Gott die Ankündigung, den Heiligen Geist über sein Volk auszugießen, auch unter den Christen wahr gemacht hat. Damit traten die ersten Christen nicht nur geistlich die Nachfolge des Volkes Israel an, sondern stellten sich für immer an die Seite ihrer jüdischen Geschwister. Deshalb kann und darf es uns als Christen auch heute nicht egal sein, wenn antijüdische und fremdenfeindliche Parolen in Deutschland wieder salonfähig werden.
Die Erinnerung an die Verbrechen, die an den Juden verübt wurden, und die gesellschaftliche Ächtung moderner Formen von Antisemitismus müssen uns wieder zu einer Herzenssache werden. Der Heilige Geist als gute Himmelskraft möge uns dabei stärken und leiten. In Halle haben wir die enorme Anteilnahme der Bevölkerung nach dem Attentat auf die Synagoge zum Jom Kippur-Tag 2019 erlebt. Dicht gedrängt standen Christen und Nichtchristen in der Pauluskirche und später als Wache vor der Synagoge.
Dies sind hoffungsvolle Zeichen, dass es noch viele wache Bürger in diesem Land gibt, die öffentlich zeigen, dass ihnen das Schicksal unserer jüdischen Geschwister nicht egal ist. Wohl dem Volk, dessen Handeln von Versöhnung und Frieden geprägt ist, dessen Regierung an der Seite der Armen, Verfolgten und Diskriminierten steht, und dessen Kinder lernen, gewaltfrei zu streiten. Jesus der Jude hat es uns vorgelebt. In einem Streitgespräch mit jüdischen Schriftgelehrten antwortete er auf die Frage, was das höchste Gebot sei: "Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft. Das andre ist aber dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist kein anderes Gebot größer als diese." Dieses eine Gebot, von vielen befolgt, würde bereits ausreichen, unsere Gesellschaft ein großes Stück menschlicher zu machen.

Friedhelm Kasparick, Pfarrer in Halle

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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