Predigttext
Glauben schmückt

Wir aber haben nicht
empfangen den Geist
der Welt, sondern
den Geist aus Gott.
1. Korinther 2, Vers 12

Einen Verkaufsschlager musste sie sich ausdenken, der das Geschäft belebt, die Kassen klingen lässt und die Konsumenten begeistert. Vor Weihnachten hatte sie die Idee mit dem singenden Weihnachtsmann, farblich abgestimmt zum Geschenkpapier. Zu Ostern konnte sie mit tanzenden Hasen punkten. Ihr Chef und die Kunden waren entzückt. Und das hochprozentige Vatertagsbier in bruchsicheren Glasflaschen wurde auch ein Verkaufsschlager. Aber was konnte sie zum Pfingstfest anbieten?
Der Bezug zum Pfingstfest ist den meisten Menschen völlig fremd. Wer weiß schon, was Pfingsten gefeiert wird? Vor allem jüngere Menschen bis 29 Jahre kennen sich nicht mit der religiösen Überlieferung aus. Und wenn es um Pfingstbräuche geht, wird es noch schwieriger. In manchen Orten werden zu Pfingsten noch Maien (Birken) gesetzt, weil diese als erste aus ihrer Winterstarre erwachen. Die Birke gilt als Symbol für Kraft und Anmut, Lebenswillen und Trost, Licht sowie Heiterkeit.
Vielleicht brächte ja der Pfingst-
ochse den gewünschten Erfolg. Geschmückt mit bunten Bändern als Kuscheltier am Autospiegel, als Rucksackanhänger oder Fahrradklingel. Ihr Chef ist begeistert. Das wird ein Kassenschlager. Sie soll sich gleich noch einen Werbeslogan ausdenken.
Beim Verlassen des Büros fragt er noch einmal kurz nach: »Wissen Sie eigentlich, was Pfingsten bedeutet?« Mit einem Mal steht sie auf und fängt an, zu singen: »Das ist das Fest, das uns der Herr bereitet, in einer Welt, die voller Trauer ist. Das ist der Weg, der uns zum Frieden leitet …Herr gib uns deinen Geist, den Geist der Freude. Verändre du die Welt, ja Herr noch heute.«
Mit offenem Mund bleibt er stehen. »Und das ist Pfingsten?«, fragt er. »Das und noch viel mehr« – sie erzählt von ihrer Konfirmation und ihrem Glauben. Sie erzählt davon, wie sinnentleert ihr manchmal die Menschen erscheinen, weil sie nur noch den neuesten Trends hinterherjagen und auf all das abfahren, was ihnen die Welt verspricht. Und wie sehr sie sich wünscht, dass das Reden wieder anfängt und das Zuhören, dass unsere Seelen anfangen zu tanzen. Und er kommt sich vor wie ein riesengroßer Pfingstochse, der gerade mit vielen schönen Bändern geschmückt wird.

Evelin Franke,
Pfarrerin in Hardisleben

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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