Predigttext zum Sonntag
Gemeinsam sind wir stark

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Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.
Johannes 15, Vers 4  b

"Ich glaube an Gott, aber das kostet zu viel“, sagt mein Steuerberater, „und machen tun die dort auch nichts. Ich lebe meinen Glauben für mich allein.“ So oder ähnlich höre ich es oft. Das macht mich traurig.
Denn „die“ machen doch etwas! Mit der Kirchensteuer arbeiten kirchliche Institutionen für unsere Gesellschaft: Kitas und Schulen, ambulante Pflegedienste, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser, Telefon- und Notfallseelsorge und vieles mehr. Das Kirchgeld auf freiwilliger Basis verbleibt in der Gemeinde vor Ort – für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senioren genauso wie auch für die ehrenamtliche Kirchenmusik der Bläserkreise und Chöre und ihre Konzerte. So möchte ich sagen: Kirche braucht dich und du brauchst Kirche. Und ich meine das nicht nur finanziell.

In der jetzigen Zeit ist es mir besonders deutlich geworden, wie sehr ich das Miteinander in unseren kirchlichen Räumen, den Austausch über Gottes Wort von Angesicht zu Angesicht, das gemeinsame Singen und Beten vermisse. Ich schließe die Augen beim Gemeindegesang und lausche den anderen Stimmen, die mir zeigen: Ich bin nicht allein. Diese Gemeinschaft zu erleben, ist ein Geschenk Gottes. Selbst in Zeiten, wo es mir selber schwerfiel, die Nähe Gottes auszuhalten, weil er „zugelassen hatte“, dass mein Liebstes stirbt, da war die Gemeinschaft tragend für mich. Andere glaubten, beteten, auch für mich. Und ich durfte erfahren, dass ich von Gott immer wieder Kraft bekam.

Eine Rebe wächst unmöglich alleine für sich. Sie wächst mit anderen zusammen an einem Weinstock, der sie speist und kräftigt. Auch wir Christen gehören zu einer Gemeinschaft. Durch Christus dürfen wir erfahren, dass wir bedingungslos geliebt werden. Gott sagt uns zu, dass wir ihm wichtig sind, dass er da ist und uns nicht alleine lässt, uns nicht aufgibt. Gemeinsam können wir uns dessen immer wieder versichern, uns darüber austauschen, uns Mut machen, wenn der Zweifel nagt.
Und nur als Gemeinschaft können wir zusammen wachsen in diesem Glauben, Gottes Liebe glaubwürdig in die Welt weitertragen. Gemeinsam können wir immer wieder kreativ neue Wege entdecken, um beieinander in Christus zu sein, und auch, um diese Zeit zu überstehen.

Maria Grüner, Pfarrerin im Schwesterkirch-verbund Pulsnitz
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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