Predigttext zum Sonntag
Fußstapfen im Schnee

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Denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt.
1. Petrus 2, Vers 21 b


Der Schnee ist so hoch, dass ich fast nicht gehen kann. Durch den Wind werden die Flocken zu einem Schneegestöber, das mir die Sicht nimmt. Ich sehe nur, was gerade vor mir ist. Ich sehe eine Spur im Schnee. Jemand ist hier entlanggegangen. Auch er hat gespürt, wie schwer es ist, durch den Schnee zu stapfen. Auch er hat den Wind im Gesicht erlebt, die schlechte Sicht, vielleicht die Unsicherheit gespürt, wo es weitergehen soll.
Mir zeigt diese Spur, es gibt einen Weg durch das Gestöber. Jemand ist ihn schon gegangen. Und ich folge der Spur. Sie macht den Gang leichter. Es ist nicht ganz meine Schuhgröße. Mein „Vorläufer“ war größer als ich. Ich muss aufpassen, Schritt zu halten, trete auch manchmal daneben. Aber diese Spur ist meine Hilfe durch das Gestöber.

Sicher, ich kann mich entscheiden, meinen eigenen Weg zu suchen, mich durch den Schnee zu kämpfen – und dabei riskieren stecken zu bleiben oder mich zu verlaufen. Doch ich möchte dieser Spur folgen, sie tut mir gut. Und es gibt jemanden, der weiß, wie es mir gerade auf dem Weg durch das Gestöber geht.
So ist es für mich mit Christus. Irgendwann habe ich mich entschieden zu versuchen, seiner Spur zu folgen. Mit jedem Schritt auf dem Weg habe ich mich ein Stück mehr mit dem beschäftigt, der mir vorangegangen ist. Waren meine Schritte anfangs noch zögerlich, „tanzten“ aus der Reihe, gingen auch einmal eigene Wege, so erkannte ich immer deutlicher, dass es mir guttat, Jesu Spur zu folgen – für mich, im Miteinander mit anderen und in der Beziehung zu Gott. Ich lernte, meinem „Vorläufer“ zu vertrauen, auch wenn der Weg steinig war, wenn tiefste Traurigkeit mich fast zur Aufgabe meines Weges zwang. Die Spur führte weiter, gab mir Hoffnung, auch darauf, dass ich nicht allein bin.

Jesus ist den Weg durch dieses Leben gegangen, hat gelacht, sich stark gemacht für andere, gelitten, ist gestorben. Er kennt unser Leben, mit allen Höhen und Tiefen. Auch jetzt, gerade in diesen Tagen, sind wir nicht gottverlassen. Jesus hat mit seinem Leben gezeigt, dass es einen Weg gibt, der weiterführt – trotz Angst und Verzweiflung. Der Weg ist nicht immer leicht. Er bedarf Mut und Vertrauen, doch es lohnt sich.

Maria Grüner, Pfarrerin der Kirchengemeinde Pulsnitz

Maria Grüner, Pfarrerin der Kirchengemeinde Pulsnitz
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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