Wort zur Woche
Einfache Sätze bringen die Welt in Ordnung

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
1. Johannes 3, Vers 8 b

Am Beginn der Passionszeit begegnen wir dem Teufel. Wir hören vom Baum der Erkenntnis am Anfang der Zeit. Menschen begegnen dem Bösen. Nicht immer gehen die Begegnungen zugunsten des Guten aus, weil die Früchte so verlockend sind, das Goldene Kalb sich so schön umtanzen lässt oder der König von der schönen Nachbarin nicht lassen kann.
Wir hören die Geschichte von der Versuchung Jesu. Neue Möglichkeiten tun sich auf: Aus Steinen könnten Brote werden. Das Gesetz der Anziehungskraft könnte durch Vertrauen in Gottes Wort aufgehoben werden. Das Gute könnte die Weltherrschaft erlangen. Wer soll etwas dagegen haben? Eigentlich reicht gesunder Menschenverstand: Brot wird aus Korn, Schwerkraft bleibt Schwerkraft und Weltherrschaft ist Größenwahn. Aber auf der anderen Seite: Was tut denn Wissenschaft anderes, als Grenzen hinauszuschieben oder zu überschreiten? Warum soll das Gute nicht die Herrschaft übernehmen?
Leider geht es oft nicht zum Wohle des Volkes aus, wenn angeblich alles zum Wohle des Volkes getan wird. Neue Erkenntnisse bergen Risiken. Das ist keine Fortschrittsfeindlichkeit sondern eher das Kalkulieren mit dem menschlichen Irrtum und mit der Grenze des gesunden Menschenverstandes.
Zum Glück sind wir nicht auf uns gestellt, weil Gott sich neben uns stellt, wie damals, als er fragte: Adam, wo bist du? Zum Glück lässt Gott durch seine Gnade das Kalkül des Bösen ins Leere laufen. Die Menschheit muss wegen der Erkenntnis nicht des Todes sterben, sich aber ihrer Verantwortung stellen.
Zum Glück stellt sich Jesus dem Teufel entgegen. Es schadet nicht, passende Schriftstellen im Kopf zu haben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Du sollst den Herrn nicht versuchen. Du sollst Gott allein anbeten. Einfache Sätze sind es, die dem Bösen Einhalt gebieten, die des Teufels Werke zerstören.Was durcheinandergeworfen war, ist wieder geordnet. Was auf dem Kopf stand, ist wieder auf die Füße gestellt. Die Wahrheit stellt die Lüge in den Schatten – durch das Wort, von dem wir leben.
Pfarrer Karsten Müller, Johanneskirche in Halle

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