Predigttext zum Sonntag
Am Feuer

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Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr.
Johannes 21, Vers 12

Von Martin Vibrans

Es gibt Situationen, die laden zum Verweilen ein. Dazu gehört auch, ein Feuer anzuzünden. Wer sich an ein Lagerfeuer setzt, steht nicht nach ein paar Minuten wieder auf. Da wird in fröhlicher Runde erzählt und gesungen. Wer ein Feuer macht, möchte gern bleiben und sucht die Gemeinschaft.

Ein Feuer flackert am Ufer des Sees Genezareth. Der Schein des Feuers durchdringt die kühle Morgendämmerung. Petrus und seine Fischerkollegen sind von der Arbeit erschöpft. Erst ging lange nichts. In letzter Minute haben sie dann doch auf das Wort Jesu hin noch erfolgreich gefischt. Schwer und müde von der Arbeit möchten sie sich jetzt ausruhen und etwas essen.
Jesus lädt sie ein, eine Weile zu bleiben und mit ihm Brot und Fische zu teilen. Diese Einladung erreicht Menschen, die gerade die Erfahrung gemacht haben, dass nichts bleibt, wie es ist. Ihre gemeinsame Geschichte mit ihrem Herrn ist vorbei. Sie wurde jäh gestoppt durch seinen grausamen Tod am Kreuz. Seine Worte und Taten, seine Nähe: alles scheint verloren zu sein.

Die Jünger sind zurückgegangen in ihr altes Leben, in ihren vertrauten Beruf. Etwas anderes bleibt ihnen kaum übrig. Sie arbeiten und leben als Fischer am See Genezareth. Dennoch ist es nicht wie früher, sie fühlen sich leer und traurig. Er ist nicht mehr da! Was wird nun aus ihrer Geschichte mit ihm? Wie geht es für sie weiter?
Jesus hat ein Feuer vorbereitet. Er sagt damit: Ich bleibe. Ich richte mich bei euch ein, auch wenn ich nicht mehr leibhaftig bei euch bin. Wir teilen Brot und Fische und werden so weiter im Kontakt bleiben. Wo ihr euch einrichtet in eurem Leben, da bin ich mit dabei. Wo ihr eure Arbeit tut, da möchte ich auch sein. Wo ihr euren Hunger stillt, da bin ich mitten unter euch.

Wo ihr füreinander da seid als Schwestern und Brüder, da bleibe ich mit euch zusammen. – Wenn wir nicht wissen, wohin, wenn wir nicht wissen, wie es weitergeht, lädt er uns ein: zum Essen, zur Gemeinschaft, zum Erzählen, zum Ausruhen, zum Verweilen und zum Bleiben. Kommt, sagt Jesus. Setzt euch zu mir ans Feuer. Bringt mit, was ihr habt. Nichts ist verloren. Genau da, wo ihr seid, mitten in eurem Leben, will ich bei euch bleiben.

Martin Vibrans, Pfarrer in Möckern
Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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