Kritische Begleitung: Zwei Journalisten geben Antwort, was ihnen Kirche bedeutet
Warum ich dabeibleibe

Christiane Florin (Köln), Politikwissenschaftlerin und Journalistin, Redaktion »Religion und Gesellschaft« beim Deutschlandfunk (aktuelles Buch: »Der Weiberaufstand – Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen«, Kösel
Verlag)

Wie ich dazu gekommen bin:
Als Kind einer rheinisch-katholischen Familie konnten Sie dem »Herrjott« nicht entkommen, jedenfalls in den 1970ern nicht. Mittlerweile können Sie ihm auch im Rheinland aus dem Weg gehen. Und ich vermute, ich würde der katholischen Kirche nicht beitreten, wenn ich nicht in sie hineingeboren wäre.

Was mir die kirchliche Gemeinschaft bedeutet:
Als Kind und Jugendliche bedeutete mir die Gemeinschaft – auch der Gottesdienst – viel. Heute ist das anders, individueller. Ich höre zu, beobachte und diskutiere nicht nur berufsbedingt oft über Religion und Glauben.

Warum ich der Kirche nicht den Rücken kehre:
Aus Freude an der Auseinandersetzung mit letzten und vorletzten Dingen. Drei Fragen treiben mich besonders um: Was glaube ich eigentlich? Was folgt daraus für mein Leben? Und: Wie lässt sich das, was ich für die Botschaft halte, vor der Institution retten?


Peter Hahne (Berlin), TV-Moderator und Bestsellerautor (aktuelles Buch: »Schluss mit euren ewigen Mogelpackungen«, Verlag Bastei Lübbe)

Warum ich Theologie studiert habe:
Weil ich so begeistert war von der Bibel, dass ich Gottes Wort studieren wollte, um diese frohe Botschaft weiterzugeben. Dass ich ausgerechnet bei dem Medium gelandet bin, das eher für schlechte Nachrichten steht, gehört zum Humor Gottes. Noch heute ist mein Kinderglaube unerschüttert mein Fundament. Das Studium hat den Horizont erweitert, doch liberale »Modernisten« unter meinen Professoren fanden eher mein Mitleid als dass sie mich intellektuell überzeugen konnten.

Was mir die kirchliche Gemeinschaft bedeutet:
Allein geht man ein. Ein Christ ist kein Solist. In der Gemeinde finde ich Geborgenheit, Heimat, Korrektur und Hilfe in Not. Aber nirgendwo in der Bibel steht geschrieben, dass das eine Kirche sein muß.

Warum ich der Kirche nicht den Rücken kehre:
Weil es viele Pfarrer und Ehrenamtliche gibt, die treu ihren Dienst in lebendigen Gemeinden tun. Austreten sollten all jene Funktionäre, deren Gelübde auf Bibel und Bekenntnis reinste Mogelpackungen sind. Wer Parteipolitik machen will, gehört nicht auf die Kanzel.

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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