Kommentar
Sundays for Future

Von Willi Wild

Die Schülerinitiative »Fridays for Future« (dt. Freitage für die Zukunft) bekommt große mediale Aufmerksamkeit. Mit ihrem Protest schaffen es die jungen Leute mühelos in die Hauptnachrichten des Fernsehens. Ich finde es gut und richtig, wenn sich auch junge Menschen über die Zukunft lautstark Gedanken machen und Forderungen aufstellen.
Für unsere Gemeinden wünschte ich mir ebensolchen Protest. Konfirmanden, die sonntags vor der Kirche für ein geistliches Zukunftsprogramm demonstrieren. Für regelmäßige Gottesdienste und Seelsorgeangebote. Für Kinder- und Jugendgruppen sowie für die Kirchenmusik. Kirchenälteste wie Michael Jentsch würden sich ihnen sofort anschließen. Sicher wäre auch die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, dabei. Im Interview mit der Kirchenzeitung sagt sie, dass sie die Botschaft von der Liebe Gottes in die Öffentlichkeit bringen will, so dass sie die Menschen berührt.
Dazu sollte die Ausbildung von Prädikanten und Lektoren verstärkt werden, so die Präses. Ich frage mich allerdings, welche Ehrenamtlichen zweieinhalb Jahre für ein Theologie-Grundstudium an zehn Wochenenden mit 14 Hausarbeiten bis zum Examen aufwenden können, um danach den Dienst der freien Wortverkündigung ausüben zu dürfen. Die Hürden sind hoch, der zeitliche Aufwand groß. Das viel zitierte Priestertum aller Gläubigen wird zur blanken Theorie.
Könnte man nicht angesichts der Not in den Kirchengemeinden begabten und berufenen Interessierten die Ausbildung erleichtern und verkürzen? In Zeiten, in denen Pfarrpersonen zur Mangelware werden, ist die Förderung und der Einsatz von Laien dringend angezeigt. Handeln, bevor es zu spät ist. »#sundaysforfuture«, also ich bin dabei.

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