Bundesweit einmaliger Studiengang
Sozialarbeit mit jüdischem Fokus

Sarah Heifeca aus Bochum studiert in Erfurt. | Foto: Willi Wild
  • Sarah Heifeca aus Bochum studiert in Erfurt.
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Es hat fast 20 Jahre gedauert, bis aus der Idee – entstanden nach einem Symposium – der Studiengang Jüdische Soziale Arbeit wurde.

Von Willi Wild

Christine Lieberknecht (CDU) und Bodo Ramelow (Linke) waren in ihrer Zeit als Ministerpräsidenten die politischen Wegbereiter dieses nun bundesweit einmaligen berufsbegleitenden Studiengangs. In sieben Semestern werden grundlegende Kompetenzen im Bereich der Sozialen Arbeit und der jüdischen Religion und Kultur an den Standorten Erfurt und Heidelberg in Blockeinheiten vermittelt, erklärt die Leiterin des Bachelor Studiengangs, Professorin Maria Schmidt, von der Fachhochschule Erfurt.

Der Breitband-Studiengang soll die künftigen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen befähigen, in allen Feldern der Sozialarbeit tätig werden zu können. Hinzu kommt der besondere Aspekt der jüdischen Perspektive. So wird beispielsweise Hebräisch unterrichtet oder jüdische Ethik. Und es werden die Besonderheiten jüdischer Gemeindearbeit vermittelt.

Sarah Heifeca ist 22 und kommt aus Bochum. Sie arbeitet in einer offenen Jugendeinrichtung, die von Geflüchteten aus der Ukraine und Syrien besucht wird. Die interkulturelle Komponente des Studiengangs hat sie angesprochen. Sie studiert zudem noch Psychologie. Mit der Kombination aus Psychologie, Judentum und Sozialarbeit möchte sie sich auf ihre zukünftige Aufgabe vorbereiten. Ihr Ziel ist es, alleinerziehende Jüdinnen zu beraten, die sich mit ihren Problemen nicht dem Rabbiner anvertrauen wollen. Nichtjüdische Psychologinnen, so ihre Erfahrung, könnten oft die spezifisch jüdischen Lebens- und Erziehungskonzepte beispielsweise bei Heirat oder Schwangerschaft nicht verstehen. Sie möchte für Frauen in schwierigen Lebenssituationen jüdische Seelsorge anbieten.

Der Bedarf an Sozialarbeiterinnen sei groß, so Maria Schmidt. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sind viele Jüdinnen und Juden nach Deutschland geflüchtet. Auch das Interesse an dem Studiengang ist groß. Geplant ist, dass alle drei Jahre 30 bis 35 Studenten aufgenommen werden. Auch wenn es sich hierbei soziale Arbeit mit jüdischem Fokus handelt, könnten die Absolventen mit dem staatlich anerkannten Abschluss in Einrichtungen der Caritas, der Diakonie oder der Arbeiterwohlfahrt arbeiten, betont die Professorin.

Sarah Heifeca möchte im Studium viel über die jüdische Kultur und das speziell Jüdische in der sozialen Arbeit erfahren. Sie hofft aber auch, am Studienort in Erfurt mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen.

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Online-Redaktion

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