Pferdetreck: Glocke in Jerusalem übergeben
Frieden ist harte Arbeit

Großen Freude über die Ankunft der Glocke:  In der „Hand in Hand Schule“ werden jüdische, christliche und muslimische Kinder gemeinsam unterrichtet.  | Foto: Willi Wild
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  • Großen Freude über die Ankunft der Glocke: In der „Hand in Hand Schule“ werden jüdische, christliche und muslimische Kinder gemeinsam unterrichtet.
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Schon von weitem ist lauter Kinderjubel zu hören. Auf dem Schulhof tanzen Schüler, Lehrer und die wiedervereinte Mannschaft des Friedensglocken-Pferdetrecks zu Popmusik aus dem Lautsprecher. Der Gruppe um Pfarrer Helmut Kautz ist die Erleichterung abzuspüren, dass sie nun endlich am Ziel sind.

Von Willi Wild

Jerusalem. Die Schulkinder freuen sich über die Abwechslung des Schulalltags. Jeder darf mal die Glocke läuten und durch ein Spalier der Friedenstreck-Teilnehmer gehen, bevor die Glocke dann in die Aula gebracht wird, wo sie zukünftig die Pausen einläuten soll. Nach sechs Monaten, mehr als 3.500 Kilometern durch acht Länder konnte der Friedensglocken-Pferdetreck am Donnerstag die Friedensglocke an die bilinguale „Hand-in-Hand Schule“ in Jerusalem übergeben.

Der Treck, der anfänglich aus sechs Planwagen, rund 30 Teilnehmern und 20 Pferden bestand, war am 8. Mai in Berlin gestartet. Die Gruppe um den brandenburgischen Pfarrer Helmut Kautz hatte sich an der türkischen Grenze geteilt, da eine Einreise mit der Glocke und den Pferdekutschen an den türkischen Behörden scheiterte. Die Glocke erreichte dadurch von Griechenland aus auf dem Seeweg Israel. Dort wurde sie mit einem Gespann, gezogen von Maultieren, nach Jerusalem gebracht. Bei der Übergabe in der Schule war die Gruppe des Friedenstrecks wieder vereint.

Friedensglocke erreicht Jerusalem

Helmut Kautz äußerte sich erfreut darüber, dass die Mission erfolgreich abgeschlossen werden konnte. „Wir haben fünf Jahre daran gearbeitet. Jetzt bin ich erschöpft, weil es wirklich ein hartes Stück Arbeit war. Dem Frieden nachzujagen ist harte Arbeit“, sagte der Pfarrer in Jerusalem. Trotzdem sei er glücklich, dass der Friedensglocken-Pferdetreck eine große Resonanz bei den Kindern der Schule erlebt habe. „Es ist die nächste Generation, die das versöhnte Zusammenleben lernen muss. Die Glocke soll daran erinnern, dass einmal die Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden.“

Die größte Herausforderung sah Kautz darin, dass die Mannschaft gemeinsam in Jerusalem ankommt, nachdem sich ein Teil getrennt habe. Doch jetzt seien die Schwierigkeiten vergessen. „Ich habe die letzten Nächte unter der Glocke geschlafen, um Abschied zu nehmen. Es ist ein bisschen vergleichbar mit einer Geburt. Das Kind ist da und die Wehen sind vergessen.“

Der brandenburgische Pfarrer Helmut Kautz (r.) übergibt die Glocke an Johaina Dakwar Salim, die Direktorin der Max Rayne Jerusalem Elementary School, eine Einrichtung der Hand in Hand Schulen.
 | Foto: Willi Wild
  • Der brandenburgische Pfarrer Helmut Kautz (r.) übergibt die Glocke an Johaina Dakwar Salim, die Direktorin der Max Rayne Jerusalem Elementary School, eine Einrichtung der Hand in Hand Schulen.
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Die Glocke ist in Gömnigk bei Brück in Brandenburg aus Militärschrott gegossen worden. „Sie wurde in unserer Erde gegossen und läutet nun hier als Schulglocke,“ so Kautz. Wie es nun nach der Übergabe weitergehe, müsse man erst mal abwarten, sagte er. „Aber ich kann mir vorstellen, dass heute der Anfang für eine längere Beziehung zwischen unserer Gruppe und der Schule gemacht ist.“

In der „Hand in Hand Schule“ werden jüdische, christliche und muslimische Kinder gemeinsam unterrichtet. Die Reise sollte ursprünglich über die Türkei, Syrien und Jordanien führen, wurde aber nach einer Einreiseverweigerung an der türkischen Grenze in zwei Etappen aufgeteilt.

Donatha Castell aus Weimar war Teil des Friedenstrecks. Sie hat für das Online-Portal der Kirchenzeitung exklusiv eine Reise-Tagebuch geschrieben.  | Foto: Willi Wild
  • Donatha Castell aus Weimar war Teil des Friedenstrecks. Sie hat für das Online-Portal der Kirchenzeitung exklusiv eine Reise-Tagebuch geschrieben.
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Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), der in dieser Woche zu Konsultationen in Israel war, traf die Gruppe am Rande eines Besuchs im israelischen Parlament, der Knesset. Er bezeichnete die Aktion als ein starkes Signal für den Frieden. Es zeige auch, wie wichtig der persönliche Einsatz ist, um für Verständigung und Frieden in der Welt einzutreten. „Es ist ein wichtiges Anliegen gerade für uns als Christen“, sagte Voigt. Ich habe die letzten Nächte unter der Glocke geschlafen, um Abschied zu nehmen.

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Willi Wild

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