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Zurück zum Pflichtjahr

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Ich muss acht oder neun Jahre alt gewesen sein, als sich die Frage nach dem "Und nach der Schule?" zum ersten Mal wirklich aufdrängte. Doch damals lautete die Antwort darauf nicht: Ausbildung, Studium oder Work and Travel. Die Auswahl blieb zwischen: Armee oder Zivildienst?   

Von Paul-Philipp Braun

Ich war mir nicht sicher, wofür ich mich entscheiden würde, und musste es dann später auch nicht mehr. Denn als ich aus der Schule kam, war die Wehrpflicht längst ausgesetzt worden. Ich musste weder "die Freiheit Deutschlands" mit der Waffe verteidigen, noch als Hilfspfleger im Seniorenheim ackern.
Dennoch habe ich nach dem Abitur einen Freiwilligendienst geleistet und viel gelernt: über Arbeit, das System und mich selbst. Vor allem aber lernte ich, was ich nicht machen will, und wie wichtig aber die Arbeit junger Freiwilliger für viele Menschen und Bereiche ist.
Dass ein Verteidigungsminister mit schmucker Frisur und ohne Doktortitel die Wehrpflicht mit der einfachen Mehrheit des Bundestages aussetzte, das ist inzwischen genau zehn Jahre her. Seitdem hat die Welt sich verändert, verteidigungspolitisch, aber auch sozial. Schon vor der Pandemie war die Unterstützung in vielen Bereichen der Wohlfahrtsarbeit mehr als knapp, dem Technischen Hilfswerk fehlten die Wehrersatzdienstleistenden, und vom personellen Stand in einer deutschen Berufsarmee möchte ich erst gar nicht beginnen. Hinzu kommt, dass vielen jungen Menschen nach dem Schulabschluss noch immer eine Perspektive fehlt, und dass ein zusätzliches Reifejahr bisher den wenigsten geschadet haben dürfte.
Zehn Jahre nach der Aussetzung eines Pflichtjahres sollten wir daher wieder zu einem Diskurs der Einsetzung kommen. Doch dieses Mal darf es dabei aber nicht um den Dienst an der Waffe, sondern den am Menschen gehen!

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Online-Redaktion

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