Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Wenn die Worte überleben

G+H Nr. 24 vom 16. Juni 2019 (Trinitatis)

Wenn Anne heute lebte, vielleicht hätte sie gebloggt oder getwittert. Anne aber ist ein Mädchen aus einer anderen Zeit, einer völlig  fremden Welt - so würden unsere Kinder das wahrscheinlich sehen. 

Eine Welt ohne Smartphone und Internet war das. Was Anne dachte und fühlte, ihre Ängste und Sorgen, die bescheidenen Freuden und Alltagserlebnisse hat sie nicht mit ihren Freunden via Facebook und Snapchat geteilt. Anne besaß nur ein kleines Büchlein, dem sie all das anvertrauen konnte. Dieses Büchlein aber muss ihr die Welt bedeutet haben. Anne Frank wäre in dieser Woche 90 Jahre alt geworden. 13 war sie, als sie das Tagebuch geschenkt bekam. «Ich bin so froh, dass ich Dich habe!», ihr erster Eintrag.  Ihre Aufzeichnungen enden 1944, als die Nationalsozialisten das Versteck der Familie in der Amsterdamer Prinsengracht entdecken.  Anne Frank, der Backfisch mit aufgewecktem Blick und fröhlichem Lächeln, einer Lebensenergie, die selbst aus der Unschärfe der Schwarzweißfotografien leuchtet, ist gerade 15 Jahre, als sie im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen stirbt. Ihr Tagebuch aber überlebte. Und mit ihm die Innensicht des Holocaust. 

Bücher können die Erinnerung an diese Zeit wach halten, mahnen. Aber Geschichte lebendig der "next generation" vermitteln, denjenigen, die bald keine Zeitzeugen mehr sprechen können, schaffen auch andere Medien.  Die neue App «Meine Freundin Anne Frank» zum Beispiel. Die Anwendung, die speziell für den Schulunterricht entwickelt wurde, verwendet eine Technik, die zwischen realem Raum und virtuellen Bildern eine Verbindung schafft. Mit der Handy- oder Tablet-Kamera kann eine reale Umgebung aufgenommen und darin eine Holografie platziert werden. Und so sitzen dann die besten Freundinnen von Anne Frank im Klassenraum und schildern ihre Erinnerungen. Eindrucksvoll und ziemlich smart.

Ganz ohne virtuelle Bilder muss die aktuelle Ausgabe der Kirchenzeitung auskommen. Dafür haben wir aber wieder viele spannende Geschichten aus den Gemeinden der EKM und rund um das bevorstehende Mega-Event in Dortmund zu bieten.

Viel Freude beim Lesen! 

Unsere Themen:

  • Kirchentagshelfer: Über Leute im Hintergrund und ihre Ideen
  • Couch-Plausch:  In Dortmund laden die Kirchenzeitungen zum Gespräch über Gott und die Welt auf  "Das rote Sofa"
  • Wahrheitssuche: Hans Leyendecker, Präsident des Kirchentags und Journalist, spricht im Interview über Fake-News, den BVB und das Protestantentreffen im "Pott"

Außerdem:

  • Christen in der DDR: Joachim Heise, ein Kämpfer gegen das Vergessen
  • Glaubenskurs: Was Jesus meinte, als er die Menschen aufforderte, einander zu lieben
  • Äthiopien: Kirchengemeinden auf der Flucht

Neugierig geworden?
Lesen Sie wöchentlich Reportagen und Berichte aus den Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Evangelischen Landeskirche Anhalts, aus Deutschland und der Welt und erfahren Sie mehr über Hintergründe zu gesellschaftlichen Debatten und zu Glauben im Alltag. Die Mitteldeutsche Kirchenzeitung „Glaube + Heimat“ erhalten Sie als E-Paper und als gedruckte Ausgabe im  Abonnement, in ausgewählten Buchhandlungen und Kirchen.

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