Freitag, vor eins ...
Unsere Seite 1 - Wenn die Nächstenliebe zweimal klingelt

GuH Nr. 11 vom 15. März 2020

Geplant ist er eigentlich erst für den 29. Mai.  Doch während sich Deutschland im Krisenmodus befindet, hat die Stiftung "nebenan.de" dazu aufgerufen, jeden Tag zum "Tag des Nachbarn" zu machen.

Schulen schließen, Kulturveranstaltungen werden abgesagt und Gottesdienste entfallen. Das Coronavirus krempelt unser Alltagsleben einmal auf links - und das gefühlt fast stündlich. Gerade angesichts der aktuellen Lage könne der Einzelne im Kleinen einen ganz großen Unterschied machen, schreibt die Stiftung "nebenan.de" auf ihrer Homepage und ruft zur Nachbarschaftshilfe auf.  Seit drei Jahren ist sie Veranstalter der bundesweiten Aktion "Tag des Nachbarn", die auch in anderen Ländern Europas regelmäßig im Mai mit Nachbarschaftsfesten und kleinen Veranstaltungen begangen wird. 

Insbesondere ältere Menschen, die als Risikogruppe gelten, seien auf Unterstützung angewiesen, so die Stiftung. Gleiches gilt für jene Eltern, die sich mancherorts vor der Herausforderung sehen, die Kinderbetreuung  in den nächsten Wochen selbst organisieren zu müssen. Warum also nicht kleinere Einkäufe für das Rentner-Pärchen von nebenan erledigen oder der jungen Familie beim Babysitting aushelfen? Krisen lassen sich schließlich auch dadurch meistern, dass man sie mit Sinn füllt. Zugegeben, keine neue Erkenntnis. Allerdings eine, die - sobald man sie mit einem Hashtag versieht - eine ganz neue Dynamik gewinnt.

Unter dem Schlagwort "NachbarschaftsChallenge" rufen derzeit Menschen via Twitter,  Facebook und Instagram zu Solidarität mit dem Nächsten auf. Die Idee dazu hatte eine Facebook-Nutzerin aus Wien. Ihr Post zeigt einen Brief, in dem sie ihren Nachbarn Unterstützung anbietet. "Falls es euch auch möglich ist anderen zu helfen - über so einen Zettel freut sich jedes Haus", schreibt die Frau auf Facebook. Man muss nun kein Social-Media-Experte sein, um zu wissen, dass die Netzgemeinde kreative Beiträge wie diese liebt - und teilt: Der Post der Wienerin bekam binnen drei Tagen über 1.000 Likes.

Unter dem Hashtag "NachbarschaftsChallenge" hat auch die Stiftung "nebenan.de" Tipps für eine bessere Nachbarschaft in Zeiten von Corona zusammengetragen und bietet sogar Muster-Aushänge mit Hilfsangeboten zum Download. Nächstenliebe war noch nie so easy.

Verantwortung übernehmen kann man in der Nachbarschaft und darüber hinaus. In der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung stellen wir Ihnen Menschen vor, deren Engagement nicht an der eigenen Haustür endet. Gute Lektüre!

Unsere Themen

  • Posaune gegen Parolen: Gerhard Paulus ist Professor für Experimentalphysik an der Universität in Jena und engagiert sich gegen Rechtsextremismus. Ein Porträt von Doris Weilandt. 
  • Die grüne Stimme unserer Zeit: Im In- und Ausland war und ist der Expertenrat von Klaus Töpfer unverzichtbar. Mit Beatrix Heinrichs sprach der Bundesumweltminister a. D. über das Gärtnern, die Ohnmacht im Amt und den Grund, warum er freitags noch nie zu einer Klima-Demo war. 
  • Traditionen sichtbar machen: Die jüdischen Gemeinden in Sachsen-Anhalt sind nicht groß. Angesichts eines zunehmenden Antisemitismus gibt es eine große Verunsicherung, sagt der Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus, Wolfgang Schneiß. 
  • Waggons ohne Lok: Am 18. März 1990 können die Menschen in der DDR zum ersten Mal ihre Volkskammer-Abgeordneten frei wählen. Das Lutherhaus in Jena war zu dieser Zeit längst zu einer Zentrale für die Aktivitäten des Demokratischen Aufbruchs geworden. Ein Gemeindemitglied erinnert sich.

Außerdem

  • Fünfmal preiswürdig: Die Leipziger Buchmesse findet nicht statt – der Leipziger Buchpreis wird dennoch verliehen. Wer ihn erhält, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Aber verdient hätten ihn alle fünf nominierten Literaten der Kategorie Belletristik. Ein Überblick. 
  • Bedingungslose Annahme: Wo Liebe zum Leben erwacht, heißt das Motto der Lutherischen Kirche Australiens (LCA). Gelebt wird der Wahlspruch in den Gemeinden ganz praktisch. Ihre Wurzeln hat die Kirche in Brandenburg.

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Lesen Sie wöchentlich Reportagen und Berichte aus den Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Evangelischen Landeskirche Anhalts, aus Deutschland und der Welt und erfahren Sie mehr über Hintergründe zu gesellschaftlichen Debatten und zu Glauben im Alltag. Die Mitteldeutsche Kirchenzeitung „Glaube + Heimat“ erhalten Sie als E-Paper und als gedruckte Ausgabe im  Abonnement, in ausgewählten Buchhandlungen und Kirchen.

Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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