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Unsere Seite 1 - Vom Versmaß englischer Getreidespekulation

G+H 14. Juli 2019 (4. Sonntag nach Trinitatis)
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Vagabunden, Ammen, Könige, hoffnungslos verliebte Gouverneurstöchter: Das Personenverzeichnis der meisten Shakespeare-Stücke liest sich, wie der Zuschauerraum im Londoner "Globe" am Ende des 16. Jahrhunderts ausgesehen haben muss.

Das berühmte Theater am Südufer der Themse war Tummelplatz für Jedermann. Täglich gab es hier eine Aufführung, aller 14 Tage eine Premiere. Hausdichter war William Shakespeare. Das Geheimnis seines Erfolges: Eine Kombination aus Talent, Fleiß und Geschäftssinn. Heute ist er der meistgespielte Autor auf deutschsprachigen Bühnen. Woran das liegt? Man könnte es vielleicht dem besonderen Zauber seiner Stücke zuschreiben, dem, weshalb ihn der amerikanische Literaturwissenschaftler Harold Bloom den „Erfinder des Menschlichen“ nennt. Shakespeare verhandelte in seinen Werken Schicksalsfragen, die er an den großen und kleinen Abgründen der Stände durchdeklinierte, mal staatstragend, mal kokett. Er hatte aber auch ein Herz für jene, die am Rand des elisabethanischen Mainstreams lebten. Alberne Weiber oder tölpelhafte Narren sind es zum Beispiel in den Komödien. Ihre Funktion, mehr als nur Publikumsbelustigung und Szenenkitt. Witzig und volksnah verpackt, äußeren sie oft Kluges und treiben die Handlung voran. Was vor etwa 400 Jahren beim Londoner Publikum gut ankam, funktioniert noch heute: In der Spielzeit 2017/18 belegte Shakespeare mit insgesamt 100 Inszenierungen in Schauspielhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz den ersten Platz. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Bertolt Brecht und Friedrich Schiller. Das teilte der Deutsche Bühnenverein in dieser Woche mit. Was Shakespeare betrifft, können die Bühnen aus einem immensen Repertoire schöpfen: 38 Stücke umfasst sein dramatisches Werk.

William Shakespeare war nicht nur ein hochfrequenter Schreiber, sondern auch ein Zeitgenosse mit außerordentlichem Geschäftssinn. Als Mitbesitzer des "Globe" erwarb er ein beachtliches Vermögen. Er investierte sein Geld in Immobilien, kaufte einen Herrensitz in seiner Geburtstadt Stratford-upon-Avon, verpachtete Grundstücke und Ackerland und spekulierte mit Getreide. Wer hätte das gedacht!

Um Wirtschaftsfragen geht es auch in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung. Viel Freude beim Lesen! 

Unsere Themen:

  • Von einer menschlichen, nachhaltigen Wirtschaft: Gibt es eine Alternative zur Wachstumsökonomie?
  • Von einem, der nach Weimar zog: Sebastian Kranich, Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen, im Sommerinterview
  • Vom Klang der Symbolik: Die Debatte um die Nazi-Glocken geht in den Kirchengemeinden weiter

Außerdem:

  • Christen und Kapitalismus: Das Christophoruswerk Erfurt im Porträt
  • Die Frau des "Predigers von Buchenwald": Eine Biografie widmet sich dem Leben von Margarete Schneider
  • Die weibliche Moderne: Auch Frauen prägten das Bauhaus. Wir stellen Sie vor.

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Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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