Freitag, nach eins ...
Unsere Seite 1 - Dribbel-Physik gegen Zeugniskummer

G+H Nr. 6 vom 9. Februar 2020

Was haben Mehmet Scholl und Albert Einstein gemeinsam? Der eine erdribbelte mit dem FC Bayern München acht Deutsche Meistertitel. Der andere revolutionierte mit seiner Relativitätstheorie die Physik des 20. Jahrhunderts. Also eher nicht so viel, werden Sie jetzt denken. Doch weit gefehlt! 

Sowohl das Physik-Genie als auch der Profi-Fußballer waren keine besonders begeisterten Pennäler. Einstein hängte den Ranzen mit 15 Jahren vorzeitig an den Haken, holte das Abitur dann aber später in der Schweiz nach. Ja und Scholl, der drehte einstmals eine Ehrenrunde - wahrscheinlich verbrachte er seine Zeit schon damals lieber auf dem Rasen als mit dem Vokabelheft.

Auch wenn der Schulweg der beiden Herren nicht schnurstracks geradeaus ging, haben sie später doch beachtliche Karrieren hingelegt. Das könnte vielleicht dem ein oder anderen Kind Mut machen, das heute in Thüringen und Sachsen-Anhalt sein Zeugnis mit ein wenig Bauchweh nach Hause trägt.

Sollte diese gut gemeinte Nachricht nun nicht weiterhelfen, dann kann es vielleicht die 11 61 11. Das ist die "Nummer gegen Kummer". Das Sorgentelefon berät seit 1980 Kinder und Jugendliche - kostenlos und nicht nur am Zeugnistag. Für ihre Nöte und die ihrer Eltern haben heute deutschlandweit etwa 3100 Ehrenamtliche am Telefon oder via Online-Chat ein offenes Ohr. Den Verein, der überwiegend von den Ortsverbänden des Deutschen Kinderschutzbundes organisiert wird, erreichen nach eigenen Angaben 995 Anfragen pro Tag . Wow, da scheint es eine Menge Gesprächsbedarf zu geben.

Reden hilft, keine Frage. Aber am Zeugnistag, meint Rainer Schütz, Geschäftsführer von "Nummer gegen Kummer", sollten Eltern es langsam angehen lassen. Er rät: „Nicht sofort losschimpfen, sondern erstmal tief durchatmen.“ Also frei nach der Einstein-Scholl-Methode: Ranzen in die Ecke und eine Runde kicken gehen. Der Rest klärt sich später - vielleicht bei Pizza oder Eis.

Durchatmen müssen auch immer mehr Pfarrer. Sie gehören zu einer Berufsgruppe, die häufiger an Burn-out leidet als der Durchschnitt der Bevölkerung. Mehr über Stadt, Land Frust und die Gesundheit im Pfarrberuf lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe. Gute Lektüre!

Unsere Themen:

  • Stadt, Land, Frust: Pfarrerinnen und Pfarrer leben nicht selten über ihre Kräft. Burn-out ist immer häufiger die Folge. Wie ließe sich das  vermeiden?
  • Ungebildet, rückständig, konfessionslos: Zum Umgang mit Kirchenfernen hat die evangelische Kirche einen Text veröffentlicht. Hochschulpfarrer Andreas Fincke hat sich mit ihm kritisch auseinandergesetzt.
  • Kunst, Kultur und Gottvertrauen: Eine überraschende Entdeckung mitten im Thüringer Schiefergebirge ist das »Kunsthaus Müller« in Wurzbach. Hier sind Kunst und Handwerk vereint.

Außerdem: 

  • So ein Glück: In Sachsen-Anhalt erhalten die ersten »Glückslehrer« ihre Zertifikate von evangelischen Einrichtungen.
  • Angst und Lust: Die 36-Jährige Johanna Bernstengel tritt die Nachfolge von Lothar König im Jenaer Stadtjugendpfarramt an.
  • Anhalter Kreuz: Maria und Hans-Jürgen Pohle haben die Fusion zweier unterschiedlicher Gemeinden unterstützt. Seit Jahrzehnten sind sie im Dessauer Süden aktiv.

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Autor:

Beatrix Heinrichs aus Jena

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