Querdenker-Demos: Rechtsextreme nutzen Proteste
Missbrauch des Kreuzes kritisiert

Nach Auffassung des evangelischen Theologen Heinz-Joachim Lohmann nutzen rechtsextreme Gruppen die Proteste von evangelikalen Gruppen. Dies zeige sich bei den derzeitigen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen, erklärte Lohmann im "Tagesspiegel". Dort nähmen solche christlichen Gruppen teil, die liberale Werte und eine divers geprägte Gesellschaft ablehnten. Lohmann ist Beauftragter der Berliner Landeskirche für demokratische Kultur.
"Wir haben in der evangelischen genauso wie in der katholischen Kirche einen Flügel, der sich meist um das Thema Abtreibung sammelt – der auch bei uns sehr umstritten ist", so Lohmann. Dieser Flügel spräche sich etwa gegen Homosexualität aus, gegen den Islam und fürchte eine Überfremdung durch die Aufnahme von Flüchtlingen. Die extreme Rechte versuche, mithilfe dieser Gruppen aus ihrer schwindenden Bedeutung herauszukommen.
Im christlichen Gesamtspektrum Deutschlands blieben das aber eher Randerscheinungen, sagte der Theologe. Er bezweifele, dass "diese wenigen Menschen das Bild der gesamten Kirche ankratzen können". Insgesamt werde der Kirche ja eher vorgeworfen, in der Corona-Pandemie zu wenig selbstbewusst aufzutreten.
Am 18. November hatten „Querdenker“ in Berlin erneut gegen Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei wurde auch ein Kreuz in Höhe gehalten.
Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), die Deutsche Evangelischen Allianz (DEA) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) kritisierten den Missbrauch des Kreuzes zu politischen Zwecken, berichtet das Christliche Medienmagazin pro. In dem gemeinsamen Gastbeitrag warnen die Verbände eindringlich vor einem Schulterschluss mit Extremisten: „Denn am Ende ist es noch immer so gewesen: Sie spannen dich vor den Karren, verhöhnen dann die Christen und verspotten das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus.“

kna/red

Autor:

Online-Redaktion aus Weimar

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